Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Kultur Den Museen geht das Geld aus
Mehr Welt Kultur Den Museen geht das Geld aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:10 16.04.2013
Wegen der Sparpolitik der öffentlichen Hand kommt es für viele Museen in Deutschland kaum in Frage, neue Kunstwerke für ihre Sammlungen zu erwerben. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Die mehr als 6000 Museen in Deutschland sind nach Einschätzung des Museumsbundes "dramatisch unterfinanziert". Wegen der Sparpolitik der öffentlichen Hand hätten viele Häuser kaum mehr Geld, ihre Sammlungen zu pflegen, geschweige denn, neue Ankäufe zu tätigen, sagte Verbandspräsident Volker Rodekamp am Dienstag in Berlin.

"Es gibt so gut wie kein öffentliches Museum mehr, das noch eine aktive Sammelpraxis an den Tag legen kann. Hier haben wir praktisch keine Handlungsspielräume mehr." Bei wichtigen Ankäufen können die Museen allerdings Unterstützung bei der Kulturstiftung der Länder beantragen.

Anzeige

Kunst für 600 Millionen Euro

Generalsekretärin Isabel Pfeiffer-Poensgen sagte, in den vergangenen 25 Jahren hätten die Länder 150 Millionen Euro zum Erwerb von Kunst und Kulturgütern beigesteuert. Durch den Eigenanteil der Häuser und andere Partner seien damit Werke für 600 Millionen Euro angekauft worden. "Wir haben unseren Einsatz vervierfacht."

Unter dem Motto "Sammellust und Sammellast" will der Museumsbund in Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung bei einer Konferenz über die Herausforderungen für die Museen diskutieren. Die Tagung findet vom 5. bis 8. Mai in München statt, erwartet werden rund 400 Teilnehmer. Dabei soll es auch um die sogenannte Provenienzforschung gehen, bei der die Geschichte von Kunstwerken vor allem während der NS-Zeit geklärt wird. Hier gebe es bei den Museen eine zunehmende Bereitschaft und Offenheit, sagte Rodekamp. "Wir können uns vor dieser Geschichte nicht mehr drücken."

dpa

Stefan Arndt 15.04.2013
Johanna Di Blasi 15.04.2013