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Kultur Dea Loher liest in Hannover
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19:43 16.11.2012
Von Jutta Rinas
Unprätentiös: Dea Loher. Quelle: Tobias Kleinschmidt
Hannover

Es ist nicht gerade leise an diesem Abend im Literaturhaus Hannover. Und es sind teilweise verblüffende Geräusche, die da während der Lesung von Dea Loher bei der LiteraTour Nord aus den Nebenräumen herüberwehen. Mal hört man - während es im Gespräch von Loher und Moderator Martin Rector um ein so bedrückendes Thema wie die Geschichte einer Kommunistin im KZ Ravensbrück geht - eine männliche Gesangsstimme von irgendwoher arienhaft tirilieren. Mal kommt ein lautes Klopfen von der Seite, das wie ein Geräusch von Reparaturarbeiten klingt, dann hört man Geigentöne oder merkwürdig verfremdete Stimmen. Am Ende, als wollte sich die Sophienstraße auch einmal zu Wort melden, ist auch noch ein durchdringendes mehrfaches Hupen dabei.

An dieser Stelle, es ist die einzige während der Lesung, sagt Dea Loher in sanftem Ton, dem man ihre Herkunft aus dem bayerischen Traunstein anmerkt: „Ich glaube, jetzt unterbrech ich doch mal kurz.“ Aber es ist eine eindrucksvolle Einsicht an diesem Abend, dass das Lärmen der Welt Lohers Auftritt im Literaturhaus nicht wirklich etwas anhaben kann. Das ist umso bemerkenswerter, weil die 48-Jährige sich auf dem Podium vollkommen unprätentiös gibt. Ohne Allüren, ohne jeden Hang zu kleinen Showeinlagen, sondern im Gegenteil ganz schlicht, ganz natürlich, beantwortet sie die Fragen von Martin Rector zur Machart ihres ersten Romans „Bugatti taucht auf“. Dea Loher, eine der erfolgreichsten deutschen Dramatikerinnen, von der mehrere Stücke, darunter „Fremdes Haus“ und „Adams Geist“, in Hannover uraufgeführt wurden, erzählt von einem Gerichtsprotokoll mit Zeugenaussagen, das sie für den zweiten Teil ihrer Geschichte, der Schilderung eines Mordes dreier Jugendlicher an einem weiteren Jugendlichen, verwendet hat. Sie berichtet davon, wie sie in einer Automobilzeitschrift das Vorbild für ihre Figur Jordi gefunden hat. Jordi, in der Realität einer der „verrücktesten Menschen“, die sie je getroffen habe, taucht in einem See nach einem versunkenen Bugatti, um mit der Bergung eine, wenn auch noch so verquere, Erinnerung an den toten Jungen zu schaffen. Loher rückt ihre Rolle als Autorin so bescheiden in den Hintergrund, dass Martin Rector extra noch einmal darauf hinweist, dass „Bugatti taucht auf“ keine „reine Faktografie“ sei. Der Zauber des Buches liege in Lohers Literarisierung. Was für einen Sog der Roman trotz seiner komplexen Struktur entwickelt, merkt man schon daran, wie gebannt die Besucher zuhören, als die Autorin einige Passagen liest.

Einer der schönsten Momente ist es, als sich im zweiten Gesprächsteil die Zuhörer plötzlich, als wäre es ganz selbstverständlich, am Geschehen auf dem Podium beteiligen. Die Lesung wird zu einem Gespräch unter Literaturbegeisterten, in genau jener verdichteten, konzentrierten Atmosphäre, die zuvor schon herrschte. Großer Applaus.

Am 6. Dezember, 19.30 Uhr, liest Julia Schoch aus „Selbstporträt mit Bonaparte“. Karten: (0511)16841222.

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