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10:03 21.05.2014
So schön, so glamourös: Bowie-Kostüme in Berlin.
So schön, so glamourös: Bowie-Kostüme in Berlin. Quelle: dpa
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Berlin

David Bowie begrüßt die Ausstellungsbesucher im Berliner Martin-Gropius-Bau als Puppe im schwarz-weiß-gestreiften Anzug mit überdimensional weiten XXL-Beinen. Das vom japanischen Designer Kansai Yamamoto entworfene Kostüm trug der Musiker 1973 während seiner „Aladdin Sane“-Tour. Der Einstieg in die erste Retrospektive „David Bowie“, die im Londoner Victoria and Albert Museum (V&A) Premiere feierte und jetzt in Berlin zu sehen ist, stellt direkt klar: Bowies Geschichte und die seiner vielen mit ihm verbundenen Kunstfiguren muss mit opulenten Kostümen, großen Bühnenbildern und natürlich seiner Musik erzählt werden.

„David Bowie“ ist ein audiovisuelles Spektakel, das dem Besucher via Audioguide den Soundtrack zur Schau liefert und ihn umgehend in den Bowie-Kosmos katapultiert. „Ground Control to Major Tom“ im Ohr und los geht’s: Als 1969 Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betrat, untermalte die BBC die Bilder mit Bowies Song „Space Oddity“.

Major Tom ist aber nur eine Kunstfigur Bowies. Ziggy Stardust, Aladdin Sane und Tin White Duke reihen sich ein und tauchen ebenfalls in der Schau auf. Der Musiker gilt indes nicht nur als glamouröser Pionier erfundener Identitäten. Er darf sich auch rühmen, von der Mode bis zum Design nahezu jede kreative Disziplin beeinflusst zu haben. Der Mann, der 140 Millionen Tonträger verkauft hat, ist ein echtes Gesamtkunstwerk.

Die Ausstellung wartet mit rund 300 Exponaten von Plattencovern bis zu Instrumenten auf: Den Union-Jack-Mantel, den Alexander McQueen für das Cover von „Earthling“ entwarf, den Zweiteiler für die „Ziggy Stardust“-Tour, die roten Plateaustiefel für die „Aladdin Sane“-Shows, das Pierrot-Kostüm für das Video „Ashes to Ashes“ 1980. Für die Ausstellung erhielten die Kuratoren Zugang zum bisher verschlossenen Bowie-Archiv in New York. Aus Bowies persönlichem Besitz werden Storyboards, handschriftliche Set-Listen, Zeichnungen, Noten und Tagebucheinträge gezeigt.

Für die Station in der Hauptstadt kam ein Berlin-Teil mit 60 Exponaten dazu. „Bowie ohne Berlin geht nicht“, sagte V&A-Direktor Martin Roth. Schließlich gehörten seine West-Berliner Jahre von 1976 bis 1978 zu seinen produktivsten.
Bis 10. August im Martin-Gropius-Bau, Infos unter www.gropiusbau.de.

Von Nadine Emmerich

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