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Kultur Dave Brubeck ist tot
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22:04 05.12.2012
Von Stefan Arndt
Dave Brubeck starb im Alter von 91 Jahren im US-Bundesstaat Connecticut an Herzversagen. Quelle: dpa
Norwalk

Das berühmteste Stück von Dave Brubeck stammt gar nicht von ihm selbst. Die verrückte Musik von „Take Five“, bei der ein sperriger Fünf-Viertel-Takt so raffiniert ausbalanciert ist, dass er zu swingen scheint, hat Brubecks Saxofonist Paul Desmond 1959 erdacht. Im Dave-Brubeck-Quartet experimentierte Desmond wie sein Bandleader mit ungewöhnlichen Taktarten - und hatte dabei am Ende mehr Erfolg als sein Chef. Dem Ruhm von Brubeck hat das aber nie geschadet. Der 1920 geborene Pianist war lange einer der bekanntesten und populärsten Jazzmusiker. Am Mittwoch ist er - einen Tag vor seinem 92. Geburtstag - in Norwalk im US-Bundesstaat Connecticut an Herzversagen gestorben.

Vor allem während der fünfziger und sechziger Jahren war Brubecks Rolle im Jazz kaum zu überschätzen. Seine eigenen Kompositionen, zu denen Standards wie „In My Own Sweet Way“ und die Ellington-Hommage „The Duke“ gehören, trugen aber ebenso wenig dazu bei wie sein manchmal etwas holperiges Klavierspiel. Brubeck war vielmehr der große Kommunikator, der dem Jazz den Weg von den Kneipen in den Konzertsaal ebnete. Der weiße Pianist mit klassischer Ausbildung (1946 studierte er sogar ein halbes Jahr bei dem französischen Komponisten Darius Milhaud) zog auch die einflussreiche weiße Mittelschicht an, für die Jazz bis dahin vor allem verruchte Barmusik war. Dieses neue Publikum sog Brubecks kultivierte Jazzklänge begierig auf - und bescherte seinem 1959 veröffentlichten Album „Time Out“, das unter anderem „Take Five“ und die Mozart-Bearbeitung „Blue Rondo à la Turk“ enthielt, den bis dahin mit Abstand größten kommerzielleren Erfolg einer Jazzplatte.

Der Verbindung aus Jazz und Klassik ging er auch in den folgenden Jahren nach, er komponierte großformatige Orchesterwerke und Oratorien, die allerdings nie an die Popularität der frühen Stücke heranreichten. Als Pianist war er bis vor wenigen Jahren unermüdlich aktiv. 2009 gab Brubeck ein Konzert für Barack Obama. Es war der achte Präsident, für den er im Laufe seiner Karriere gespielt hatte.

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