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Kultur Cornelia Funke zu Gast in Hildesheim
Mehr Welt Kultur Cornelia Funke zu Gast in Hildesheim
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09:42 03.12.2014
Von Uwe Janssen
Cornelia Funke lobt Wenzels Arbeit. Er habe sich zum Thema Tod die „richtigen Fragen“ gestellt. Quelle: Chris Gossmann
Hildesheim

Tobias Wenzel ist ein mutiger Mann. Einer, der selbst den Tod nicht fürchtet, nicht einmal dann, wenn der ihm in 72 Facetten entgegentritt. Denn mit so vielen Schriftstellern und Autoren, weltberühmten nebenbei, hat sich der Journalist und Fotograf auf Friedhöfen rund um die Welt zu Gesprächen über das Leben und den Tod getroffen. 39 dieser Dialoge sind im Buch „Solange ich lebe, kriegt mich der Tod nicht“ (Knesebeck, 2013) erschienen.

Dieses Buch hat er mitgebracht ins ausverkaufte Hildesheimer Literaturhaus St. Jakobi. Mitgebracht hat er außerdem die 55-jährige Starkinderbuchautorin Cornelia Funke, die seit Jahren in Los Angeles lebt und arbeitet. Mit ihr hat Tobias Wenzel sich auch damals zum Interview getroffen. Auf dem „Hollywood Forever Cemetery“ war das. Eine „Fortsetzung dieses Gesprächs“ soll dieser Abend in Hildesheim werden.

Zunächst mal beginnt er aber als Making-of. Vier Jahre, berichtet der 40-jährige Autor, habe die Umsetzung in Anspruch genommen. Und nicht mit jedem der von ihm angefragten Autoren sei ein Gespräch zustande gekommen - trotz Begeisterung für die Idee und vielen Treffen im Vorfeld. Aber: „Viele Leute möchten nicht mit einem fremden Menschen auf einen Friedhof gehen.“

Einige haben es doch getan. Kurz, pointiert, vor allem aber mit einer Hingabe, beschreibt er diese Begegnungen. Wenzel staunt über die Menschen, die er trifft.

Cornelia Funke lobt Wenzels Arbeit. Sie wisse noch genau, er sei auf den Friedhof gekommen und habe „alle richtigen Fragen gestellt“. Fragen zu ihrem Bild vom Tod, das sie sowohl im Buch als auch auf der Literaturhaus-Bühne mit Weitsicht und Fantasie zeichnet. Ganz natürlich sei ihr der Glaube an eine vielfache, durchaus auch nicht menschliche Existenz nach dem Tod erschienen, schon immer. Und genauso sei es ihrem Sohn gegangen, der irgendwann als kleiner Junge auf einem Spaziergang zu ihr sagte: „Hey Mum, ich spuck jetzt einfach überall da hin, wo ich wiedergeboren werden will, okay?“

Im Publikum wird gelacht. Man weiß die Anekdoten dieser beiden Erzähler zu schätzen und könnte noch lange zuhören. Aber der Abend verschiebt seinen Fokus - durchaus absehbar - dann doch auf den seltenen Besuch aus Übersee. Funke liest eine Passage aus „Tintentod“, dem dritten Teil der berühmten „Tintenwelt“-Trilogie.

Zwei spannende Gäste, ein großartiges Buch und ein großes unerschöpfliches Thema - das ist schon fast zu viel für einen Abend.

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