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Kultur Betriebsdirektor Jürgen Reitzler verlässt die Staatsoper
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19:43 19.06.2009
Von Rainer Wagner
Jürgen Reitzler Quelle: Martin Steiner

Auch dort wird er sich um Künstler und Probentermine, um Besetzungen und Umbesetzungen kümmern. Allerdings nur noch sehr bedingt um Musiker, auch wenn Schulz in Dresden wittenbrinksche Liederabende bringen wird und einen Musiktheaterabend in Auftrag gegeben hat, über den Reitzler aber noch nicht reden soll.

Wenn er seiner heimlichen Liebe zur Operette frönen will, hat Reitzler an der Elbe die Staatsoperette als Zufluchtspunkt („und die machen das toll“). Die Zeiten, in denen sich auch Schauspielhäuser gerne um Operetten kümmerten (vorzugsweise von Jacques Offenbach) seien nun mal vorbei.

Reitzlers Liebe zur Operette ist, so macht er jedenfalls glauben, auch ein Zufallsprodukt. Wäre er vor 40 Jahren im fränkischen Bayreuth zur Welt gekommen, wäre vielleicht alles anders gekommen. Aber Reitzler ist im fränkischen Coburg groß geworden. Und am dortigen Landestheater wurde nicht nur die Oper, sondern gleichermaßen die Operette gepflegt. Und so kam Reitzler, der sich schon zu Schulzeiten das Theater ganz autodidaktisch als Statist, Extrachormitglied und Assistent eroberte, mit der Operette in Berührung. Und sie ließ ihn nimmer los.

In Hannover lockte er erfolgreich das Publikum („manche kommen nur zu uns, weil sie kein ,Scheißregietheater‘ ertragen mögen“) in „Reitzlers Reich der Operette“, das im Marschnersaal des Opernhauses zu finden war. Doch jetzt, zum Abschied, gibt es „Schönste Momente“ – im großen Haus. Immerhin 22 Solisten kann Reitzler am Sonnabendnachmittag aufbieten. Beweis genug für ihn, dass es genügend Künstler gibt, denen die Operette noch Spaß machen würde, wenn sie denn dürften. Aber das Genre steht an vielen Theatern auf der roten Liste für aussterbende Spezies. Auch in Hannover bleibt pro Spielzeit nur ein Premierentermin für die leichtere Muse – und da geht man eben auf Nummer sicher, auch wenn der Operettenfreak Reitzler exotischere Vorschläge gemacht hat. Schließlich müsse die Kasse stimmen.

Reitzler bestätigt seinem Noch-Chef Michael Klügl nicht nur, dass er sich auch auf dem Gebiet der Operette „echt gut auskennt“. Weil Klügl ein Offenbach-Kenner (samt Promotion über dieses Thema) ist, hat Reitzler vom großen Franzosen lieber die Finger gelassen. In den rund 100 Jahren Operettengeschichte, die Reitzler hegt und pflegt, gibt es genug zu entdecken. Beispielsweise Franz von Suppés „Das Pensionat“ von 1860, die als erste Wiener Operette gilt. Wobei die Grenzen zwischen Spieloper und Singspiel, zwischen komischer Oper und Operette durchaus fließend seien: „Die Operettenkomponisten war zum Teil verhinderte Opernkomponisten, die ihre komischen Opern nur aus Verkaufsgründen in Operette umbenannten.“

Reitzler glaubt, dass die Operette auch heutigen Opernhäusern wichtig sein sollte, denn hier hätten die Sänger die Chance, sich zu entwickeln und in große Rollen hineinzuwachsen. Musterbeispiel sei René Kollo. Und wie man geht und steht, das lerne man in der Operette auch. Die „schönsten Momente“ beginnen morgen übrigens schon um 15 Uhr, das Ende, so heißt es, sei offen. Aber Reitzler weiß ja: „Es kommt auf die Sekunde an.“ Auch eine Operettenweisheit.

Wohin Reitzlers Weg weiter führt, bleibt vorerst dem Zufall überlassen. Aber irgendwann Wien, das könne er sich schon vorstellen. Weil seine Frau Wienerin ist. Und wegen der Operette.

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