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Kultur Bekommt Hannover die Theater-Flatrate für Studenten?
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07:00 09.11.2016
Von Stefan Arndt
 „Wir sind sehr gespannt auf die Erfahrungen, die die Kollegen in Braunschweig machen.“ Quelle: Archiv
Hannover

In der Semesterabgabe der Technischen Universität Braunschweig ist ein Euro zusätzlich für das Staatstheater enthalten. Dafür bekommt man mit einem Studentenausweis kostenfreie Karten für Oper, Schauspiel und Konzert. Braunschweig ist nicht das erste Theater, das auf diese Weise um ein junges Publikum wirbt. In Osnabrück läuft die Theaterflatrate seit dem Frühjahr, in Nordrhein-Westfalen gibt es sie an verschiedenen Häusern bereits seit Jahren. Auch in Hannover ist man offen für das Modell, den Studierenden im Gegenzug zu einer kleinen Semesterabgabe freien Zugang zu den Vorstellungen des Staatstheaters zu ermöglichen. „Wir sind sehr gespannt auf die Erfahrungen, die die Kollegen in Braunschweig machen“, sagte Opernsprecher Olaf Roth. Vorerst werde man aber noch an dem bestehenden Modell festhalten. Demnach können Studierende genau wie Schüler und Arbeitslose ermäßigte Karten für 8 Euro (am Wochenende 9,50 Euro) erwerben. Für Vielbesucher gibt es ein Abo ab 63 Euro oder eine Jahreskarte für 99 Euro.

Am Theater Dortmund, wo die Flatrate bereits 2013 eingeführt wurde, hat man zunehmend positive Erfahrungen damit gemacht. „Das Angebot klang anfangs für viele zu gut, um wahr zu sein“, sagt Marketingleiter Stefan Kriegl. Außerdem sei es schwer, die viel umworbenen Studierenden mit den eigenen Angeboten zu erreichen. „Der Absatz war daher zunächst eher schleppend“, räumt Kriegl ein. Inzwischen würden aber rund 10 000 der kostenfreien Karten pro Spielzeit ausgegeben. Studierende machen damit etwa 5 Prozent des Publikums aus - „ein erheblich größerer Anteil als vor Einführung der Flatrate“, so Kriegl.

In Niedersachsen scheint es solche Anlaufschwächen wie in Dortmund nicht zu geben. „Bei uns werden an der Abendkasse oft noch 50 oder 60 Studentenkarten ausgegeben“, sagt Sprecherin Teresa Saxe vom Theater Osnabrück. Und in Braunschweig haben schon wenige Wochen nach dem Start auch die Studierenden der beiden Fachhochschulen der Stadt mit Nachdruck dafür gesorgt, dass sie dasselbe offenbar attraktive Angebot bekommen wie ihre Kollegen von der Universität.

Im Gegenzug zu den Freikarten erhält das Theater einen Teil der Semesterabgaben von allen Studierenden. In Dortmund hat man darauf geachtet, dass diese Einnahmen in etwa dem entsprechen, was das Haus vorher durch die Studententickets eingenommen hat. „Wir machen keinen wirtschaftlichen Verlust“, so Kriegl. Umso größer sei der nicht materielle Gewinn: Inzwischen besuchten die Studierenden nicht nur die Musical-Vorstellungen, die anfangs vor allem gefragt waren, sondern zunehmend auch Schauspiel- und sogar Opernvorstellungen.

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