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Kultur Die Banalität der Banalität des Bösen
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15:28 31.10.2013
Aus einem einfachen Landschaftsgemälde machte Banksy eine Nazi-Idylle. Das Bild soll Geld für ein Aidsprojekt einbringen. Quelle: rtr
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New York

Mit einer Nazi-Idylle will Banksy Geld für ein New Yorker Aidsprojekt sammeln. Der britische Künstler versteigerte bis zum Donnerstagabend (Ortszeit) ein Landschaftsgemälde, das er wenig, aber deutlich verfremdet hat - in dem er einen Nazi-Offizier in das Bergpanorama setzte. Zwölf Stunden vor Ende der Auktion stand das Ölbild schon bei 310 000 Dollar (230 000 Euro). Banksy selbst nennt das Bild, offensichtlich in Anlehnung an Hannah Arendt, „Die Banalität der Banalität des Bösen“.

Den „New York Daily News“ zufolge hatte der Brite, der derzeit immer wieder in New York mit Graffiti für Aufsehen sorgt, das etwas kitschige Landschaftsbild in einem Gebrauchtwarenladen gekauft. In das Bergpanorama pinselte er einfach einen Nazi in Uniform und mit Hakenkreuz-Armbinde, der offenbar versonnen auf die Landschaft schaut. Dann brachte er es in den Laden zurück - signiert mit dem „Banksy“ unter der ursprünglichen Signatur. Die New Yorker Zeitung fühlte sich an ein Werk der Romantik “à la Caspar David Friedrich“ erinnert.

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Der Laden verkauft seine Sachen zur Unterstützung eines Aidsprojektes in Brooklyn - doch normalerweise ist es besserer Trödel, was da hinter dem Schaufenster steht. Das Bild durchbrach nicht nur schnell die Marke von Hunderttausend Dollar, es lockt auch Schaulustige an, die das Gemälde bestaunen und es mit ihren Telefonen fotografieren. Auf seiner Website nennt Banksy die Aktion: „Ein Trödelladenbild ruiniert und wieder dem Trödelladen gestiftet“.

dpa/sag

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