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Kultur „Auerhaus“: Lebenslust und Todessucht
Mehr Welt Kultur „Auerhaus“: Lebenslust und Todessucht
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16:16 03.12.2019
Überzeugte WG-Bewohner: Höppner (Damian Hardung) und Vera (Luna Wedler). Quelle: Tom Trambow/Warner Bros/dpa

Die Geschichte von sechs Jugendlichen, die das Hier und Heute genießen wollen, traf 2015 einen Nerv. Bis heute wurden mehr als 250 000 Exemplare von Bov Bjergs Roman verkauft. Eine Leinwandadaption war nur eine Frage der Zeit. In Neele Leana Vollmars Verfilmung geht es um die schwierige Suche nach einem Platz im Leben, das Austesten von Grenzen, das Schwanken zwischen Hochstimmung und Trauer.

Die WG mögen nicht alle im Dorf

Das passt zum Ausgangspunkt: Nach dem misslungenen Suizidversuch von Frieder (Max von der Groeben) ziehen seine Freunde Höppner, Vera und Cäcilia (Damian Hardung, Luna Wedler, Devrim Lingnau) mit ihm ins Bauernhaus am Ortsausgang – was nicht allen Dorfbewohnern gefällt. Die WG der 1980er-Jahre in der württembergischen Provinz funktioniert leidlich, bald gibt es zwei Neuzugänge, eine Pyromanin, die Frieder in der Psychiatrie kennengelernt hat, und einen schwulen Freigeist.

Es geht rund im Auerhaus: feiern bis zum Umfallen, auf Kumpel Frieder achten und von einem anderen Leben als dem der Eltern träumen. Bis die Realität mit aller Härte einbricht, darf über die Zukunft gesponnen werden.

Fein gezeichnet sind die Abnabelung von der Familie, die Beziehungen, aber auch die erste Liebe und die Angst vor Sexualität. Die Schauspieler in dieser Dramödie überzeugen durchweg, vornweg von der Groeben in seiner Ambivalenz zwischen Lebenslust und Todessehnsucht. Der melancholische Blick auf die schöne Zeit der Jugend berührt. Egal, wie alt man ist.

„Auerhaus“, Regie: Neele Leana, mit Vollmar, Damian Hardung, Luna Wedler und Max von der Groeben, 107 Minuten, FSK 12

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