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Kultur Alternative hannoversche Kunstmesse eröffnet
Mehr Welt Kultur Alternative hannoversche Kunstmesse eröffnet
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14:00 20.10.2012
Von Uwe Janssen
Ein Herz für die Kunst: Vera Burmester auf der Art (F)Air. Quelle: Becker
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Hannover

Die zweite Etage des Hauses in der Jordanstraße 26 ist riesig. 600 Quadratmeter. Im Erdgeschoss und in der ersten Etage verkauft das Sofa Loft Möbel. Oben bittet die Kultur zu Tisch. Die erste alternative hannoversche Kunstmesse Art (F)Air beginnt am heutigen Sonnabend. Die Macher wollen Kunst zeigen, sie wollen aber vor allem, dass sich Künstler zeigen. Netzwerken ist das neumodische Stichwort, bei dem sich aber ganz altmodisch echte Menschen an einem realen Ort treffen. So weit der Plan.

Ein halbes Dutzend Initiativen und Galerien hat „Messestände“ aufgebaut, die eher kleine mobile Galerien sind. Hier zeigen ART IG, die Galerie Lunar oder konnektor aus Linden ein Best-of ihrer Arbeiten. Konnektor zeigt Wandarbeiten von Michael Volkmer, der Dürers berühmte betende Hände aus einem Stück Holzfaserplatte, Lack und Kunstharz gearbeitet hat. Begrüßt wird der Besucher von Vera Burmester, die direkt am Treppenaufgang einen fröhlich-bunten Kunstkiosk aufgebaut hat. Die Initiative k.i.k. - kunst in kontakt, die an der Herrenhäuser Gracht beheimatet ist, hat neben einer Videoinstallation auch einen Guckkasten aufgebaut, in dem ein Film mit dem Künstler Uwe Stelter zu sehen ist. Stelter steht darin auf einem Laufband auf einer hochbewachsenen Wiese und läuft und läuft und läuft. Der Film ist in einer Endlosschleife zu sehen, aber Stelter hat tatsächlich Stunden auf dem Laufband zugebracht und nur zwischendurch kurze Pausen gemacht. In einem hinteren Raum sind Kunstprojekte aus anderen Städten zu Gast - auf Videos, die sie nach Hannover geschickt haben.

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Neben dem Schauwert soll die Messe aber auch immer wieder Gelegenheit zu Diskussionen bieten, sagt Christian Donner vom organisierenden Verein „Kunst und Warum“. Unter anderem „wollen wir zum Schluss der Messe am 10. November darüber diskutieren, ob Hannover eine Kunstmesse braucht“. Dann wird sich zeigen, ob der Plan aufgegangen ist.

Die Art (F)Air 2012 ist bis zum 11. November in der oberen Etage des Sofa Loft, Jordanstraße 26, zu sehen, mittwochs bis freitags 12 bis 19 Uhr, sonnabends 10 bis 18 Uhr. Eintritt 2 Euro.

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