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Kultur Als Elvis nach Las Vegas kam – eine 11-CD-Box zeigt den King in seiner Spätphase
Mehr Welt Kultur Als Elvis nach Las Vegas kam – eine 11-CD-Box zeigt den King in seiner Spätphase
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06:00 31.07.2019
Viva Las Vegas: Der King rockt, hat aber Chöre und Orchester dabei. Teil des Covers der neuen 11-CD-Box „Live 1969“. Quelle: (c)pictorialpress.com
Las Vegas

Die Veröffentlichung ist von majestätischem Umfang, aber der Künstler war ja auch kein Geringerer als der „King“ des Rock’n’Roll höchstselbst. Zum 50. Jubiläum von Elvis Presleys erster Las-Vegas-Show im International Hotel erscheint eine 11-CD-Box „Live 1969“, die elf Shows jener ersten Konzertserie Elvis Presleys in der Glücksspielstadt enthalten. Vier der Auftritte waren bislang nicht in voller Länge erhältlich. Auf 52 Seiten eines Begleitbuchs werden Zeitzeugen zitiert.

1969 wollte Amerika Elvis wieder im Konzert erleben

Vegas 1969 war die erste Konzertserie Presleys seit acht Jahren. Lange Jahre hatte der Sänger sich in Hollywood verbarrikadiert, immer belanglosere Musikfilme gedreht, immer plüschigere Soundtracks veröffentlicht. 1968 hatte er sich dann mit einem furiosen Fernsehspecial zurückgemeldet, bei dem er einen Sexappeal verströmte wie seit seinen frühen Tagen nicht mehr und das teilweise wie ein Konzert inszeniert war. Es wurde das Comeback des Jahres. Amerika wollte wieder mehr Elvis.

In Las Vegas gingen damals die Sinatra-Zeiten zu Ende. Das Show- und Spielerparadies stellte sich auf die Sounds der jungen Generation ein. In den kleineren Showrooms des International Hotel spielten Ike & Tina Turner und das Hippie-Musical „Hair“ lief. Die Eröffnung des größten Saals übernahm Anfang Juli Barbra Streisand, die indes böse Kritiken bekam, weil sie in dem 2000-Zuschauer-Etablissement dem Publikum den Rücken zukehrte.

Am 31. Juli 1969, zehn Tage nach der Mondlandung folgte ihr Elvis Presley: Strahlend, den Fans zugewandt, sogar mit frischen Hits. Der Protestsong „In the Ghetto“ (seine erste und einzige Nummer 1 in den deutschen Charts) und das Liebesendzeit-Dramolett „Suspicious Minds“ hatten wieder Klasse.

Im Orchestergewand wirkte „Blue Suede Shoes“ eher schlaff

Noch war Elvis schlank und cool, noch ließ er sich nicht mit Richard Strauss‘ „Also sprach Zarathustra“ bombastisch ankündigen. Auch die Moves funktionierten im ersten Vegas-Jahr noch. Für diejenigen Fans aber, für die Elvis damals nicht „the King“ war, sondern immer noch „the Pelvis“ (das Becken), der hüftschwingende, göttlich schöne Sänger, der mit Gitarrist Scotty Moore, Bassist Bill Black und Schlagzeuger D J Fontana den Rock’n’Roll in den Fünfziggerjahren zum Massenphänomen gemacht hatte, war Vegas der Ausverkauf.

Eine halbe Hundertschaft stand auf der Bühne: Eine Band, ein Showorchester, gleich zwei Chöre. Rockabilly-Klassiker wie Carl Perkins‘ „Blue Suede Shoes“ hatten in diesem Klanggewand ihre ehemals raue Magie eingebüßt. Sie glitzerten und blinkten jetzt und rockten nicht mehr. Elvis‘ Vegas-Auftritte waren im Nu ausverkauft aber es wurde im Lauf der Vegas-Jahre endgültig klar, dass er ein Relikt aus Vor-Beatles-Zeiten war – dazu passend sang er damals deren „Yesterday“.

In den Jahren bis zu seinem viel zu frühen Tod verwandelte sich Elvis mehr und mehr in eine Parodie seiner selbst, wurde erst wohlleibig, dann fett. Stress und Routine –Las Vegas bedeutete beides für Presley. Trotzdem blieb er der Stadt treu – gemunkelt wurde, dass sein Manager Tom Parker, der „Colonel“, in den Casinos des International und des Hilton Kredit ohne Limit hatte. Rund 600 Konzerte gab Elvis bis zum Dezember 1976, dann wurde das Engagement vorläufig unterbrochen.

Zum Vegas-Jubiläum gibt es weitere Elvis-Veröffentlichungen

Zum Jubiläum seines Vegas-Debüts erscheint am 9. August auch das Doppel-Vinyl-Livealbum „Elvis Live at the International Hotel Las Vegas, Nevada August 26th, 1969“ das die Midnightshow jenes Abends enthält. Nur digital wird am 23. August das 90-Titel-Set „American Sound 1969“ nachgereicht – mit seltenem und bislang unbekannten Songversionen aus den Sessions zum 1969er Studioalbum „From Elvis in Memphis“. Es ist die Erinnerung an den Anfang vom Ende. Im August 1977 starb der Mann, der die Popkultur verändert hatte wie kein anderer. Las Vegas trug Trauer.

Alben: Elvis Presley – „Live 1969“ und „Elvis Live at the International Hotel, Las Vegas, Nevada, August 26th, 1969“ (RCA/Legacy) am 9. August

digitale Veröffentlichung: Elvis Presley - „American Sound 1969“ (RCA/Legacy) am 23. August

Von Matthias Halbig/RND

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