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Kultur „Alle Ladys rasten aus!“
Mehr Welt Kultur „Alle Ladys rasten aus!“
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00:18 15.06.2015
Johannes Oerding im Capitol. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Egal, was der Deutschpopsänger macht, seine Fans im ausverkauftem Capitol feiern ihn. Und sie sind textsicher. Aber auch Oerding fängt sich nach seinem Patzer schnell. „Das sind alles nur Turbulenzen, und die gehen so schnell, wie sie gekommen sind“, singt er im Refrain des Songs, den er als Selbsttherapie gegen seine Flugangst und sein Problem mit Kontrollverlust geschrieben hat.

Mal springt der Wahlhamburger zu Gitarrensolos wild über die Bühne, mal sitzt er eine Akustikgitarre zupfend auf einem Hocker. Songs von seinem aktuellen Album „Alles brennt“ wie das schwelgerische Lied „Heimat“ und der tanzbare Song „Nie wieder Alkohol“ sind dabei, aber auch ältere Stücke wie „Morgen“ von seinem zweiten Album „Boxer“. Es ist nicht nur eine gute Musikmischung, die Oerding präsentiert. Er schafft es auch, dass die Menschen mitgehen. Wenn er „Ich seh’ verdammt gut aus und alle Ladys rasten aus“ ins Mikrofon stöhnt, wirkt das nicht arrogant. Und die Ladys kreischen tatsächlich.

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Immer wieder bindet er das Publikum ein - und ist dabei ziemlich witzig. Nacheinander lässt er verschiedene Altersgruppen „dödödödö dödödö“ singen. „Das ist wie bei Helene Fischer. Eine Sitzgeneration, die steht“, kommentiert er den leisen Chor der über 65-Jährigen. „Und jetzt mal die Männer, die nicht freiwillig hier sind“, fordert Oerding auf. Tatsächlich gröhlen sofort ein paar Herren aus der hintersten Ecke der Trubüne „dödödödö dödödö“. Das Publikum johlt vor Lachen.

Oerding ist ein Star zum Anfassen - wortwörtlich. Mitten im Konzert verlässt er auf einmal die Bühne, streift durch die Menschenmenge und sagt seinen Fans „Hallo“. Man glaubt ihm, wenn er sagt, dass er gerne in Hannover ist. Zweieinhalb Stunden steht er auf der Bühne. Das Publikum tanzt, singt mit und applaudiert oft ohrenbetäubend laut. Das Konzert beendet Johannes Oerding schließlich nach mehreren Zugaben mit dem Schmusesong „Schlaflos“, der Ruhe in den Saal bringt. Eine sanfte Landung am Ende eines grandiosen Abends.

Zusatzkonzert: 5. November im Capitol. Karten in den HAZ-Ticketshops.

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