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Welt Freundschaft am Arbeitsplatz: Das sollten Sie beherzigen!
Mehr Welt Freundschaft am Arbeitsplatz: Das sollten Sie beherzigen!
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12:29 26.10.2018
Kolumnist Martin Wehrle ist Karrierecoach und schreibt seit vielen Jahren darüber, was Mitarbeiter in den Wahnsinn treibt.
Hannover

Wer zur Arbeit geht, trifft dort Kollegen. Und weil er sie jeden Tag trifft, kann es passieren, dass einige davon zu Freunden werden. Dann wächst ein Vertrauen, das über Büro, Baustelle oder Werkshalle hinausgeht. Damit beginnen auch Herausforderungen: Wie schafft man es, eine Freundschaft zu erhalten, ohne dem Arbeitsverhältnis die professionelle Grundlage zu entziehen? Wie geht man zum Beispiel mit den Fehlern des Freundes um? Besteht nicht die Gefahr, dass er Kritik persönlich nimmt, weil er sie nicht auf dem Kollegen-, sondern auf dem Freundes-Ohr hört? Und was passiert, wenn ein Freund befördert und damit der Chef des anderen wird?

Freundschaft am Arbeitsplatz erfordert klare Rollentrennung

Es gibt nur einen Weg, Freundschaft und professionelle Zusammenarbeit zu verbinden: eine klare Rollentrennung. Zu jeder Zeit muss klar sein, in welcher Rolle man den anderen anspricht: als Freund, als Kollege, als Mitarbeiter oder als Chef? Angenommen, Ihr Freund erweist sich bei Ihrem Projekt als Bremsschuh, und Sie wollen ihm eine Rückmeldung geben. Wenn Sie jetzt einfach sagen, er soll einen Zahn zulegen, ist ungewiss, ob er das wirklich ernst nimmt. Vielleicht hört er darin nur den Rat seines Freundes und fühlt sich frei, diesen zu ignorieren. Vielleicht entgeht ihm, wie ernst Ihnen dieses Anliegen und wie hoch die dienstliche Relevanz ist. Woher soll er auch wissen, dass Sie zu ihm nicht als Freund, sondern als Projektleiter gesprochen haben?

In solchen Fällen helfen ein paar Worte zum Rollenverständnis: „Du bist mein Freund, deshalb ist es mir besonders wichtig, dass ich dir in deiner Rolle als Kollege ein mindestens so ehrliches Feedback wie den anderen Kollegen gebe. Ist das für dich in Ordnung?“

Freundschaft und Arbeit sauber trennen

Beachten Sie diese Reihenfolge: Sie betonen, in welcher Rolle Sie Ihren Freund ansprechen, Sie holen sein Einverständnis für die Rückmeldung ein; und dann geben Sie ein Feedback, aus dem deutlich hervorgeht, was Sie von ihm erwarten. Im Laufe des Gespräches ist es ratsam, die eigene Rolle gelegentlich zu betonen, damit der Unterschied zu einem freundschaftlichen Plausch auch formal deutlich wird: „Als Projektleiter fällt mir auf …“, wäre eine Formulierung, die Grenzen absteckt. Diese verbale Verpackung macht dem Freund deutlich: Wir sprechen jetzt über die Arbeit – und nicht über unsere Beziehung. Das führt zu einem rationaleren Denken und Handeln, als wenn die Freundschaftsgefühle im Vordergrund stehen. Ein solcher Umgang miteinander ist die Voraussetzung, dass eine Freundschaft vom Team akzeptiert wird. Die freundschaftliche Beziehung darf nie in den Verdacht der Vetternwirtschaft geraten. Das gilt umso mehr, wenn einer der Freunde zum Vorgesetzten befördert wird. Dann muss er seine Werte und Maßstäbe für jedermann offenlegen; nur dann ist nachvollziehbar, dass er nach Leistung und nicht nach (Freundes-)Nase urteilt. Im Zweifel ist es klüger, den eigenen Freund etwas strenger als die anderen Teammitglieder zu beurteilen, da man ihn ohnehin nachsichtiger wahrnimmt.

Einige Firmen sehen es nicht gern, wenn Mitarbeiter eng befreundet oder gar ein Paar sind. Manchmal sind Beziehungen sogar per Arbeitsvertrag untersagt, was den Herzen aber ziemlich egal ist. Diese Skepsis der Firmen gegenüber Freundschaften oder Beziehungen finde ich unangemessen. Denn Arbeitskollegen, die sich sehr mögen (was selten ist), arbeiten deutlich besser zusammen als solche, die sich weniger mögen (was häufig ist).

Martin Wehrle ist Karrierecoach, sein aktuelles Buch heißt: „Noch so ein Arbeitstag, und ich dreh durch – Was Mitarbeiter in den Wahnsinn treibt“ (Mosaik, 2018).

Von RND/Martin Wehrle

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