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Welt HIV-Selbsttest soll ab Herbst frei verkäuflich sein
Mehr Welt HIV-Selbsttest soll ab Herbst frei verkäuflich sein
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13:04 08.06.2018
Internationales Symbol für den Kampf gegen die Autoimmun-Krankheit: die Aids-Schleifen. Quelle: dpa
Berlin

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will frei verkäufliche HIV-Selbsttests zulassen. Das sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das Gesundheitsministerium will gesetzlich regeln, dass ab Herbst der Verkauf der Tests möglich ist. „Der HIV-Selbsttest ist ein Meilenstein beim Kampf gegen Aids. Er kann auch jene erreichen, die sich sonst nicht testen lassen würden“, sagte Spahn. Bislang dürfen HIV-Schnelltests in Deutschland nur an Ärzte, ambulante und stationäre Einrichtungen des Gesundheitswesens, Blutspendedienste und Beratungseinrichtungen abgegeben werden.

Die Deutsche AIDS-Hilfe begrüßte die Ankündigung. Die Einführung des HIV-Selbsttests werde „dazu beitragen, dass mehr Menschen möglichst früh von ihrer HIV-Infektion erfahren und eine Therapie in Anspruch nehmen können“, sagte Sylvia Urban vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe. „Das verhindert Aids-Erkrankungen und weitere HIV-Übertragungen.“ Manche Menschen scheuten sich davor, zum Beispiel beim Arzt nach einem Test zu fragen. Es könne die Hemmschwelle senken, wenn Menschen den Test zu Hause durchführen könnten. Der Selbsttest könne auch motivieren, sich früher oder häufiger auf HIV zu testen.

Je früher man von einer Infektion erfährt, desto besser

„Wer rechtzeitig behandelt wird, hat eine fast normale Lebenserwartung und kann leben wie andere Menschen auch“, sagte Urban. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts leben in Deutschland etwa 12 700 Menschen mit HIV, ohne es zu wissen. Insgesamt sind in Deutschland knapp 90 000 Menschen mit dem Aids-Erreger infiziert.

In Frankreich und Großbritannien sind die HIV-Tests für zu Hause schon zu haben. In Österreich darf seit Juni ein HIV-Selbsttest in Apotheken gekauft werden.

Das Verfahren funktioniert wie ein Blutzucker-Check

Der Verfahren aus der Apotheke funktioniert ähnlich wie ein Blutzucker-Check bei Diabetikern. Nach einem kleinen Pieks in den Finger wird der Blutstropfen auf ein Stäbchen aufgetragen. Nach kurzer Zeit zeigt sich das Ergebnis in Linienform. Bei zwei Linien liegt eine HIV-Infektion vor. Wie andere übliche Verfahren auch, weist der Selbsttest nicht HIV direkt nach, sondern Antikörper gegen das Virus.

Immer mehr Menschen nutzen HIV-Prophylaxe

Einer Studie zufolge nehmen in Deutschland aktuell rund 4500 gesunde Menschen Medikamente zum Schutz vor einer HIV-Infektion. Im Oktober 2017 seien es erst rund 1000 gewesen, sagte Studienleiter Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für HIV-Forschung an der Uniklinik Essen. Vor allem schwule Männer griffen in Deutschland auf die HIV-Prophylaxe „PrEP“ zurück.

Die Abkürzung PrEP steht für „Prä-Expositions-Prophylaxe“. Das bedeutet Vorsorge bei sexuellen Kontakten, die mit Risiken verbunden sein können. Dabei nehmen Menschen, die nachweislich keine HIV-Infektion haben, Medikamente gegen das HI-Virus ein, um sich vor einer Ansteckung zu schützen.

Von RND/dpa

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