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Welt Gehört Merz wirklich zur „gehobenen Mittelschicht“?
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18:30 15.11.2018
Friedrich Merz klagte einst gegen eine Veröffentlichung seiner Nebeneinkünfte als Bundestagsabgeordneter. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa
Berlin

Friedrich Merz greift nach dem Vorsitz der CDU. Doch wie nahe am Durchschnitts-Bürger ist der Politiker eigentlich, der zuletzt als Aufsichtsrat des Finanzinvestors BlackRock in Deutschland gearbeitet hat? Er selbst rechnet sich einkommensmäßig zur „gehobenen Mittelschicht“, wie er „Bild“ anvertraute. Keinesfalls will der 63-Jährige zu „dieser kleinen, sehr vermögenden, sehr wohlhabenden Oberschicht gehören“. Ist das realistisch? Ist Merz wirklich „Mittelschicht“?

Mittelschicht beginnt bei 1440 Euro netto

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln rechnet in einer engen Definition Menschen zur Mittelschicht, die über 80 bis 150 Prozent des mittleren Einkommens, des so genannten Medianeinkommens, verfügen. Bei einem Single aus der Mittelschicht beläuft sich dieses verfügbare Haushaltseinkommen laut IW auf rund 1440 bis 2710 Euro im Monat: Das ist das Geld, das übrig ist, nachdem Steuern und Sozialbeiträge abgezogen sind, Transferzahlungen aber eingerechnet wurden. Eine Familie mit zwei Kindern muss demnach über 3030 bis 5690 Euro verfügen, um der Mittelschicht zugerechnet zu werden.

Das IW hat allerdings auch noch eine Definition für eine einkommensstarke Mittelschicht, vorgelegt, die vielleicht dem was Friedrich Merz unter „gehobenen“ versteht, zumindest etwas näher kommt. Hier geht es schon über 150 bis 250 Prozent des mittleren Einkommens. Bei einem Single bedeutet das: zwischen 2710 bis 4515 Euro verfügbares Haushaltseinkommen. Eine Familie mit zwei Kindern aus dieser einkommensstarken Mittelschicht hat demnach ein verfügbares Haushaltseinkommen von 5690 bis 9482 Euro. Die Zahlen stammen aus dem Jahr 2015. Sie dürften also aktuell ein wenig höher liegen, vermitteln aber doch einen guten Eindruck von dem, wie die Wissenschaft die Mittelschicht vom Einkommen her definiert.

Mindestgehalt: 10472 Euro brutto

Merz selbst bestreitet nicht, Millionär zu sein. Wie er dazu gekommen ist, darüber schweigt er. Noch im vorigen Jahr sorgte seine Aussage für Wirbel, man könne bereits mit fünf Euro pro Tag reich werden - wenn man das Geld nur richtig anlege.

Das genaue Einkommen von Friedrich Merz aus seiner Tätigkeit bei BlackRock ist nicht bekannt. Laut Jahresabschluss 2017 des Unternehmens erhielten die drei Aufsichtsräte – deren Chef Merz ist – zusammen 377000 Euro. Unterstellt man, dass alle drei Mitglieder gleich viel verdienen, käme man auf ein Monats-Bruttoeinkommen von 10472 Euro und ein Jahreseinkommen von fast 126000 Euro. Es wäre aber wohl eine der wenigen Firmen, in denen der Chef eines Gremiums genauso viel verdient, wie einfache Mitglieder. Zur Orientierung: Der Durchschnittsverdienst der Aufsichtsrats-Chefs der 30 Dax-Konzerne lag im Jahr 2017 laut einer Studie des Beratungsunternehmens hkp-Group im Schnitt bei 408000 Euro pro Jahr. Spitzenreiter war der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Paul Achleitner, mit 800000 Euro.

Merz klagte 2006 gegen mehr Transparenz

Allerdings war Friedrich Merz zuletzt keineswegs nur Aufsichtsrats-Chef bei BlackRock. Im Laufe der letzten Jahre arbeitete er in Aufsichts- oder Verwaltungsräten verschiedenster Firmen. Dazu zählte unter anderem die Deutsche Börse AG oder der AXA-Konzern. Aktuell bekleidet Merz noch den Chefposten des Aufsichtsrats des Flughafens Köln/Bonn und der WEPA Industrieholding. Er arbeitete zudem als Rechtsanwalt in einer großen Kanzlei.

Als Abgeordneter hielt Merz nicht viel von finanzieller Transparenz. 2006 klagte er als einer von nur acht Parlamentariern gehen eine Veröffentlichung seiner Nebeneinkünfte. Wohl aus gutem Grund: So musste er acht Tätigkeiten angeben, denen er neben seinem Job als Abgeordneter nachging und die mit mehr als 7000 Euro im Jahr vergütet wurden. Dies erbrachte ihm schon damals Nebeneinkünfte von mindestens 56000 Euro. Dazu kam seine Diät, die damals schon für normale Abgeordnete (er war Fraktionsvorsitzender) 7009 Euro im Monat betrug. Dazu kam eine steuerfreie Aufwandsentschädigung von 3600 Euro.

Von RND/Tobias Peter/Christian Burmeister

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