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Mehr Welt Wenn Politiker krank werden
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13:03 10.05.2019

Wenn Politiker krank werden

Mike Mohring, Landesvorsitzender der CDU Thüringen, hat seine Erkrankung offensiv auf Facebook öffentlich gemacht. Sein Umfeld spricht von Krebs. Er selbst sagte: „Die Ärzte gehen davon aus, dass die Heilungschance bei 95 Prozent liegt, also eine sehr, sehr gute Prognose. Aber eben dafür braucht man Zeit für sich und Kraft zur Genesung.“ Mohring dankte seiner Familie, seinen Freunden und seinen engsten politischen Weggefährten für ihre Unterstützung und ihren Beistand. Mohring ist Spitzenkandidat seiner Partei bei den Landtagswahlen im Herbst.

Quelle: Kay Nietfeld/dpa

An Helmut Kohls Zähigkeit zweifelte im politischen Betrieb Bonns und später Berlins niemand. Legendär jedoch ist die Verheimlichung seiner schweren Prostataerkrankung 1989. Der Kanzler litt viehische Schmerzen, wie er später einmal bekannte, sollte operiert werden. Doch er verschob den Eingriff auf die zeit nach einem Parteitag in Bremen, wo ein Zeil der Führungsriege um Heiner Geißler und Rita Süssmuth gegen ihn putschen wollte. Er ließ sich nichts anmerken und behielt die Macht. In seinen Erinnerungen schrieb Kohl: „Für mich kam das einer Katastrophe gleich. In der damaligen Situation hätte mir niemand abgenommen, dass ich wirklich krank war. Viele würden denken, dass ich mich vor der Auseinandersetzung mit Heiner Geißler und seinen Anhängern drücken wollte.“

Quelle: Michael Probst/AP

Der frühere Ministerpräsident von Brandenburg, Matthias Platzeck (SPD), ist im vergangenen Dezember 65 Jahre alt geworden. Er scheint im richtigen Moment die Notbremse gezogen zu haben. Der 2005 frisch zum SPD-Bundeschef gewählte Platzeck, damals 51, trat bereits fünf Monate später von diesem Posten zurück. Grund: Zwei Hörstürze und ein schwerer Kreislaufzusammenbruch. Nach einem Schlaganfall 2013 nahm Platzeck noch kurz seine Amtsgeschäfte als Ministerpräsident Brandenburgs wieder auf, kündigte dann jedoch seinen Rückzug von allen politischen Ämtern an. Er zitierte damals seinen Arzt: „40 bis 50 Stunden in der Woche kannst du gut und gerne arbeiten. Aber 80 – vergiss es.“ Platzeck sagte auch: „Man soll auch nicht anfangen, irgendwelche Unersetzlichkeitsgedanken zu hegen.”

Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
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