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20:57 22.12.2017

Internationale Weihnachten

Der 24. und der 25. Dezember sind in Israel ganz gewöhnliche Arbeitstage. Um vor allem den Touristen im Geburtsland Christi dennoch Feststimmung zu bieten, stellen die meisten Hotels aber Christbäume auf – was den Hotelmanagern regelmäßig böse Briefe vom Jerusalemer Rabbinat beschert. Der Weihnachtsbaum sei kein jüdischer Brauch, tadeln sie. Einen ungezwungenen Umgang mit dem Baum pflegen die Einwanderer aus der ehemaligen UdSSR, die mit Weihnachten aufgewachsen sind. Ebenso selbstverständlich wird die Weihnachtstradition in den christlich-arabischen Städten des Landes gefeiert. So gibt es in Nazareth, der größten christlichen Gemeinschaft Israels, einen riesigen Weihnachtsmarkt. Immerhin zählt der jüdische Staat neben dem Iran zu den wenigen Ländern des Mittleren Ostens, in denen Christen ihre Religion ohne Angst vor Repressionen leben können. Die Zahl der Christen hat sich seit der Gründung Israels verfünffacht. Das Jahresende wird übrigens ähnlich wie in Europa gefeiert. Nur: Ausschlafen nach der Party gibt es nicht. Der 1. Januar ist in Israel ein Arbeitstag.

Quelle: ZUMA Wire

Weihnachten in Amerika, das ist eine sehr lange, sehr laute Saison – und ein ruhiges, kurzes Fest. Da sich viele Familien im großen Kreis am letzten Donnerstag im November zu Thanksgiving, dem Erntedank, treffen, geht es zu Weihnachten eher beschaulich zu. Der Baum steht bereits seit Anfang Dezember im Wohnzimmer, meist aufwendig geschmückt und von Geschenkpaketen umgeben. Zur Dekoration zählen große rot-weiße Weihnachtssocken. Die füllt Santa Claus in der Nacht zum 25. Dezember. Der Heiligabend ist ein regulärer Arbeitstag, an dem viele Amerikaner das Fest mit einem Kirchgang zu Mitternacht einläuten. Angesichts der vielen Neueinwanderer aus Mittelamerika bieten katholische Gotteshäuser gleich mehrere Messen am Abend an.

Quelle: picture alliance / Andres Kudackpicture alliance / Andres Kudack

Ans Auspacken der Geschenke geht es am Weihnachtsmorgen: Traditionell werfen sich die Kinder noch im mit weihnachtlichen Motiven verzierten Schlafanzug in die Schlacht. Manchmal gibt’s dabei auch eine Überraschung: Wer als Erster eine Gurke zwischen den Tannenzweigen entdeckt, erhält ein zusätzliches Geschenk. Über den Ursprung dieses Brauchs wird viel spekuliert. Einiges spricht dafür, dass erstmals John Lower vor 150 Jahren ein „Christmas Pickle“ im Weihnachtsbaum versteckte – als Zeichen seiner Dankbarkeit. Während des Bürgerkriegs war der Deutschstämmige in Gefangenschaft geraten und litt unter Hunger. Ein Wächter erbarmte sich des Gefangenen und steckte ihm hin und wieder eine Gurke zu.

Quelle: dpa
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