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Welt China verlangt von Kanada Freilassung von Huawei-Finanzchefin
Mehr Welt China verlangt von Kanada Freilassung von Huawei-Finanzchefin
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12:50 06.12.2018
Meng Wanzhou, verhaftete Finanzchefin des Technologiekonzerns. Quelle: imago/ITAR-TASS
Toronto/Peking

Die Verhaftung der Finanzchefin des chinesischen Smartphoneherstellers Huawei in Kanada droht das angespannte Verhältnis zwischen Peking und Washington weiter zu belasten. Meng Wanzhou sei auf Wunsch der USA festgesetzt worden, sagte ein Sprecher des kanadischen Justizministeriums. Medienberichten zufolge wird ihrem Unternehmen vorgeworfen, US-Handelssanktionen gegen den Iran umgangen zu haben. Das chinesische Außenministerium forderte am Donnerstag die sofortige Freilassung Mengs.

Verhaftet wurde die Spitzenmanagerin bereits am vergangenen Samstag in Vancouver, am gleichen Tag, an dem sich US-Präsident Donald Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping auf eine Annäherung im Handelssstreit einigten. Der Fall Meng schürte aber unter Anlegern die Sorge, dass die Verhandlungen letztlich im Sande verlaufen könnten.

Das chinesische Außenministerium erklärte, Meng habe weder kanadisches noch US-Recht verletzt. Man wolle sofort eine Erklärung, warum sie festgenommen worden sei.

Kanadisches Ministerium legt keine Details offen

Offiziell wollte der kanadische Ministeriumssprecher Ian McLeod keine Details über die Vorwürfe gegen Meng offenlegen. Zunächst sei für Freitag eine Kautionsanhörung anberaumt. Die Zeitung „Globe and Mail“ berichtete aber unter Berufung auf Ermittlerkreise, ihr werde ein Verstoß gegen die US-Handelssanktionen gegen den Iran vorgeworfen.

Der Konzern habe keine Kenntnis über ein Fehlverhalten von Meng, hieß es in einer Erklärung von Huawei. Man halte sich zudem an alle Gesetze - auch jene, die Exportkontrollen und Sanktionen von UN, USA und EU beträfen.

Die Top-Managerin gilt als Mitglied der chinesischen Hoch-Prominenz. Bei Huawei fungiert sie auch als Vize-Aufsichtsratsvorsitzende und ist überdies die Tochter von Konzerngründer Ren Zhengfei.

Ex-Botschafter: Mögliche Repressalien gegen Manager

David Mulroney, ein früherer kanadischer Botschafter in China, hält als Konsequenz aus dem Fall Meng mögliche Repressalien gegen Manager aus den USA und Kanada in China für möglich. „Auf so etwas sollten wir gefasst sein. China spielt hart“, sagte er. Schließlich gehe es um ein prominentes Mitglied der chinesischen Gesellschaft und ein Unternehmen, das „wahrhaft Chinas Streben nach globaler Anerkennung als technologische Macht verkörpert“.

Das chinesische Handelsministerium deutete an, dass es ungeachtet der Verhaftung Mengs eine Beilegung des Handelsstreits mit den USA vorantreiben wolle. Man sei zuversichtlich, binnen 90 Tagen eine Handelsvereinbarung festzuzurren, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Die USA und China hatten sich in den vergangenen Monaten gegenseitig mit Strafzöllen überzogen. Trump willigte bei seinem Treffen mit Xi ein, neue Zölle auf chinesische Waren für 90 Tage auszusetzen, um in der Zwischenzeit einen Dialog zu führen.

Von RND/AP

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