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Welt „Der Dolmetscher“: Im Nebel des Nichtwissens
Mehr Welt „Der Dolmetscher“: Im Nebel des Nichtwissens
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18:00 21.11.2018
Gestern ist Heute: Ali (Jiri Menzel, l.) und Georg (Peter Simonischek) sind zwei Senioren auf der Reise in die Vergangenheit. Quelle: Foto: Film Kino Text
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Hannover

Es ist die letzte Reise – und der letzte Versuch, noch etwas zu erfahren. Die Täter- und Opfergeneration tritt ab, die Kinder sind selbst schon im Rentenalter. Doch sind noch längst nicht alle unangenehmen Fragen gestellt.

Die Reise führt zwei ungleiche Partner zusammen

Der slowakische Regisseur Martin Sulík schickt in „Der Dolmetscher“ zwei Senioren quer durch die Slowakei auf die späte Suche nach den Spuren der NS-Zeit. So recht kommt die Reise nicht vom Fleck, doch führt sie die beiden ungleichen Partner zusammen.

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Peter Simonischek gibt den Wiener Georg Graubner, Sohn eines SS-Obersturmbannführers und alternder Lebemann, der nichts anbrennen lässt und in den entscheidenden Momenten doch anrührend still wird. Jirí Menzel ist der slowakische Jude Ali Ungár. Er sucht nach den Mördern seiner Eltern, ist pedantisch, freudlos, und dann blitzt doch feiner Humor bei ihm auf.

Georg versucht vergeblich, das Unbehagen wegzulachen

Es ist ein nebelverhangenes Land, durch das sie mit ihrem feuerroten Auto fahren, zwischen Aquaparks, Jagdhütten und Archiven. Der Film ist getragen von allgemeinem Unbehagen, über das Georg vergeblich versucht, mit guter Laune hinwegzuspielen, während Ali längst nicht alles übersetzt, was er erfährt.

Im Fernsehen laufen die Nachrichten über den Dauerkonflikt in der Ukraine. So lastet auf dieser Reise die bleierne Erkenntnis, dass mörderische Konflikte nicht der Vergangenheit angehören.

Von Christina Tilmann / RND

Der Artikel "„Der Dolmetscher“: Im Nebel des Nichtwissens" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.