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Welt Fast 90 Tote bei Selbstmordanschlag und Gefechten
Mehr Welt Fast 90 Tote bei Selbstmordanschlag und Gefechten
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19:01 15.08.2018
Die Situation in Afghanistan ist weiter angespannt, fast täglich sterben Menschen bei Gefechten oder Anschlägen. Quelle: AP
Kabul

Während am Mittwoch 46 Menschen nach Afghanistan abgeschoben worden, spitzt sich die Lage dort weiter zu, der Krieg weitet sich aus. Bei Gefechten und einem Selbstmordanschlag starben am selben Tag rund 90 Menschen. Die radikalislamischen Taliban haben zudem dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Afghanistan Schutzgarantien entzogen.

Kein Schutz mehr für Hilfsorganisation

Die Extremisten werfen dem IKRK vor, seinen Verpflichtungen zur Unterstützung von Taliban in einem Gefängnis in Kabul nicht nachgekommen zu sein. Das „eklatanteste Beispiel“ dafür sei die Nichtbeachtung des Hungerstreiks Tausender gefangener Taliban in der Haftanstalt Pul-e Tscharchi. Hunderte Gefangene seien in den vergangenen zehn Tagen ins Koma gefallen.

Aktuell hat die Organisation rund 1600 Mitarbeiter im Land. Da sie bisher bei allen Konfliktparteien im Land einen besonderen Schutzstatus genossen hat, operiert sie in ganz Afghanistan ohne Sicherheitseskorten oder gepanzerte Fahrzeuge und ist auch in Gebieten aktiv, die von Taliban kontrolliert werden.

Selbstmordanschlag im Bildungszentrum

Nur wenige Stunden nach Ankunft des Flugzeuges aus Deutschland sprengte sich in Westkabul ein Selbstmordattentäter in die Luft und riss mindestens 48 Menschen mit in den Tod, mindestens 67 wurden verletzt, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums, Wahidullah Madschroh, sagte.

Nach Angaben des Leiters der Kabuler Kriminalpolizei, Salim Almas, zündete der Selbstmordattentäter seine Bombe in einem Bildungszentrum im Viertel Dascht-e Bartschi. Laut Facebook-Profil des Zentrums werden dort Jugendliche auf die Aufnahmeprüfung für die Universität vorbereitet, sie besuchen auch Literatur-Kurse. Lokale Medien berichteten, der Attentäter habe sich als Student ausgegeben. Zunächst reklamierte niemand den Anschlag für sich.

Gefechte fordern hunderte Todesopfer

In der Nacht zum Mittwoch wurden bei mehreren Angriffen in der nördlichen Provinz Baghlan zudem mindestens 40 Sicherheitskräfte getötet. Die Aufständischen attackierten demnach im Gebiet Baghlan-e Markasi drei Kontrollposten sowie eine Militärbasis, wie Hadschatullah Wafa, ein Mitglied des Provinzrates, mitteilte. Militärangaben zufolge übt die Regierung in der Provinz nur in einem Bezirk größeren Einfluss aus. Ein weiterer ist unter Kontrolle der Taliban, die restlichen 13 sind zwischen Regierungstruppen und Taliban umkämpft.

Bei den Kämpfen in Gasni starben bisher mehr als 100 Sicherheitskräfte und 200 Talibankämpfer, wie das Verteidigungsministerium in Kabul mitteilte. Den Vereinten Nationen zufolge wurden zwischen 110 und 150 Zivilisten verletzt oder getötet.

Die Taliban kontrollieren laut Militärangaben knapp 14 Prozent des Landes, weitere 30 Prozent sind umkämpft. Die Bundeswehr beteiligt sich in Afghanistan an der Nato-Ausbildungsmission „Resolute Support“. Die US-Truppen unterstützen die Einsätze der afghanischen Streitkräfte regelmäßig mit Luftangriffen und Spezialkräften.

Abschiebungen aus Deutschland nach Afghanistan sind wegen der Situation umstritten. Bund und Länder haben seit Dezember 2016 bisher 349 Männer nach Afghanistan zurückgebracht.

Von RND/dpa

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