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Welt Das Gruselige an Halloween
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18:35 01.11.2018
Ein Halloween-Kürbis als Kutsche steht in einem Vorgarten im hessischen Roßdorf. Quelle: dpa
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Hannover

1991 war Krieg am Golf. Es war ein mieses Jahr nicht nur für die deutsche Spaßindustrie. Der Kölner Karneval fiel aus, und der Quatschbranche gingen 75 Prozent ihres Umsatzes verloren. Was tun? Die „Deutsche Fachgruppe Karneval im Verband der Spielwaren-Industrie“ hatte einen Plan: Wir holen Halloween nach Deutschland. Höchste Zeit für einen neuen, krisenunabhängigen „Konsumanlass“ zwischen Urlaubssaison und Weihnachtsgeschäft.

27 Jahre später fließt das Kunstblut in Strömen. Und mit ihm das Geld. Der „zweite Karneval“ ist fest etabliert. Und warum auch nicht? Das wohlige Schaudern beim Spiel mit den eigenen Abgründen macht einen Höllenspaß. Zu Halloween wird zweierlei ausgehöhlt: Kürbisse und hiesige Traditionen. Länger als andere wehrten sich christlich geprägte Länder wie Deutschland oder Polen gegen den Hokuspokus. Aber der Markt war stärker. Und der wilde Totenkult-Mix aus keltischer Mythologie und irisch-katholischem Schabernack wurde zum Musterbeispiel für eine globalisierte Massenkultur, die Gedenktage vereinnahmt und auf ihre Vermarktbarkeit reduziert. Gegen das schrille, laute, spukhafte, grelle Halloween hat das alte Martinisingen keine Chance. Schon 837 versuchte Papst Gregor IV., das heidnische Treiben zu beenden, und legte den alten Totengedenktag vom Mai auf den 31. Oktober, um den Tag zu „blockieren“. Es nützte alles nichts.

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Erst Halloween, dann der Valentinstag – und die ersten Deutschen feiern schon Thanksgiving. Mit Truthahn. Die Entchristianisierung zugunsten einer unverbindlichen, quietschbunten Spaßkultur ist in vollem Gange. Das ist das eigentlich Gruselige an Halloween.

Von Imre Grimm

Der Artikel "Das Gruselige an Halloween" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

01.11.2018
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