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Welt Anwerbeprogramme für Pfleger aus dem Ausland laufen schleppend
Mehr Welt Anwerbeprogramme für Pfleger aus dem Ausland laufen schleppend
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05:00 15.11.2018
Altenpfleger aus dem Ausland sollen helfen, den Fachkräftemangel in Deutschland zu beheben Quelle: epd
Berlin

Mit Hilfe mehrerer Anwerbeprogramme hat die Arbeitsagentur in den vergangenen sechs Jahren rund 2500 Pflegekräfte aus Nicht-EU-Staaten nach Deutschland vermittelt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Die Bilanz der Programme ist allerdings sehr unterschiedlich. So konnten von 2013 bis Oktober 2018 insgesamt 2385 Pflegekräfte aus Bosnien-Herzegowina, Serbien, Tunesien und den Philippinen angeworben worden. Aus China wurden in einem weiteren Anwerbeprojekt aber lediglich 39 Pfleger gewonnen. Aus Mexiko konnten bisher 85 qualifizierte Mitarbeiter an Arbeitgeber in Deutschland vermittelt werden.

Die FDP kritisierte die Vermittlungsbilanz scharf. Angesichts von aktuell rund 30.000 offenen Stellen in der Pflege seien die Ergebnisse völlig unbefriedigend, sagte die Pflegeexpertin Nicole Westig dem RND. „Die bisherigen Anwerbungsprogramme sind entweder ineffizient oder nicht weitreichend genug“, beklagte sie. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) müsse endlich seine Ankündigung aus dem Sommer umsetzen, eine stärkere Anwerbung von ausländischen Pflegekräften zu betreiben.

Zu lange Wartezeit auf Arbeitserlaubnis

Das allein könne zwar den Pflegenotstand nicht beheben, sagte die FDP-Politikerin. „Sie ist aber ein Baustein dazu, denn vor dem Hintergrund der dramatischen Arbeitsmarktsituation in der Pflege muss schließlich jedes Potenzial genutzt werden“, betonte Westig. Sie forderte die Bundesregierung darüber hinaus auf, die Anerkennungsverfahren für Berufsabschlüsse zu verkürzen. Es könne nicht sein, dass Pflegeeinrichtungen und ausländische Pflegekräfte teilweise mehr als neun Monate auf die Erteilung einer Arbeitserlaubnis warten müssten.

Spahn hatte im Sommer gesagt, angesichts des Bedarfs von bis zu 50.000 zusätzlichen Pflegekräften müsse verstärkt auch im Ausland nach Arbeitskräften gesucht werden. Er nannte unter anderem Albanien und das Kosovo. Nach Lösungen zur Behebung des Fachkräftemangels soll auch in der „Konzertierten Aktion Pflege“ gesucht werden. Dort arbeiten Bund, Länder, Arbeitgeber, Gewerkschaften, Kirchen und Wohlfahrtsverbände zusammen.

Von Timot Szent-Ivanyi/RND

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