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18:02 08.04.2019
Jane Jordan von der Initiative Auslandszeit hat ein Jahr als Au-pair in den USA verbracht. Quelle: INITIATIVE auslandszeit
Hamburg

Bei einer Gastfamilie leben, sich um die Kinder kümmern und kleine Aufgaben im Haushalt übernehmen - die Arbeit als Au-pair ist für junge Menschen ein guter Weg, um nach dem Schulabschluss eine Weile ins Ausland zu gehen. 

Damit keine bösen Überraschungen drohen, lohnt es sich, Zeit in die Vorbereitung zu stecken und die wichtigsten Regeln zu kennen.

Voraussetzungen und Planung

Zunächst müssen sich Interessierte überlegen, ob eine

Au-pair-Stelle das Richtige ist. "Wer als Au-pair arbeiten möchte, sollte neben Spaß an der Arbeit mit Kindern auch Eigenschaften wie Anpassungsfähigkeit, Toleranz und Verantwortungsbewusstsein mitbringen", sagt Jane Jordan von der "Initiative Auslandszeit" in Rheda-Wiedenbrück.

"Der beste Zeitpunkt dafür ist aus meiner Sicht definitiv nach dem Abitur", sagt sie. "Man hat den ersten großen Lebensabschnitt abgeschlossen und genug Zeit, um mal einen Blick über den Tellerrand zu werfen." Für die Suche sollte man genügend Zeit einplanen. "Ich selbst habe bereits zwölf Monate vor der Abreise mit der Bewerbung über eine Au-pair-Organisation begonnen", erzählt Jordan über ihre eigenen Aufenthalt in den USA. Innerhalb Europas klappt es mit der Bewerbung oft auch relativ kurzfristig.

Organisation in Eigenregie oder über eine Agentur

Au-pair-Stellen können in Eigeninitiative übers Internet recherchiert werden - üblich ist der Weg über Beratungsstellen, die Au-pairs auch während des Aufenthalts unterstützen. Solche Agenturen gleichen vorab aus Pools von Gastfamilien und potenziellen Au-pairs ab, wer zu wem passen könnte und führen Gespräche mit beiden Seiten.

Dabei geht es nicht nur um Eckdaten wie Zeitraum und Region: Persönliche Vorstellungen und Erwartungen werden ebenso abgefragt und abgestimmt. Die Aufgaben sollten bei allen Au-pairs ähnlich sein: "Der Schwerpunkt liegt in der Regel auf der Kinderbetreuung, hinzu kommen leichte Hausarbeiten", sagt Regine Rosner von "In Via", einem Verband, der Au-pairs begleitet. Also etwa Frühstück machen oder die Kinderzimmer aufräumen. Mit Fensterputzen oder schwerer Gartenarbeit sollten sie nicht beauftragt werden - es sei denn, sie haben selbst Lust darauf. Die genaue Aufteilung hänge von persönlichen Absprachen ab.

Arbeitszeiten und freie Tage

In der Regel arbeiten Au-pairs maximal 30 Stunden wöchentlich und haben mindestens einen freien Tag pro Woche. "Vor Beginn des Aufenthalts wird ein Vertrag geschlossen, in dem alle wichtigen Punkte genau geregelt sind", erklärt Silke Busse vom Verein für internationale Jugendarbeit in Hamburg. Neben der kostenlosen Unterbringung und Verpflegung bekommen Au-pairs Taschengeld und Zuschüsse zu Fahrtkosten, Sprachkursen und werden versichert.

Die Arbeitszeit sollte sechs Stunden am Tag nicht überschreiten. "Eine Notsituation, die eine Kinderbetreuung über diese Zeit hinaus erforderlich macht, kann aber mal entstehen", sagt Silke Busse.

Bei Problemen Hilfe suchen

Gibt es Probleme, sollten sich Au-pairs nicht scheuen, diese anzusprechen. "Das ist für viele junge Menschen natürlich anfangs schwierig - aber es ist wichtig", sagt Busse. Viele Au-pair-Agenturen bieten zudem Notfallnummern für akute Problemsituationen an und greifen selbst ein, wenn es nötig ist.

Im Ernstfall können Au-pairs ihren Aufenthalt abbrechen: "Der Vertrag kann von beiden Seiten gekündigt werden, hier gilt eine Frist von zwei Wochen", erklärt Busse. Der Wechsel in eine neue Familie in dieser kurzen Zeit ist nicht einfach und sollte gut geplant sein.

Den Expertinnen zufolge sind schwerwiegende Probleme aber die Ausnahme. Stattdessen würden viele Au-pairs davon berichten, wie wichtig der Aufenthalt für sie persönlich war, sagt Regine Rosner. Und wie viel sie über sich selbst und über ihre eigene Herkunft gelernt haben.

dpa

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