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Reise & Tourismus Mallorca ist Hochinzidenzgebiet: Was das für den Urlaub bedeutet
Mehr Reise & Tourismus Mallorca ist Hochinzidenzgebiet: Was das für den Urlaub bedeutet
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08:01 27.07.2021
Touristinnen und Touristen halten sich am Strand von Arenal in Palma de Mallorca auf. Die Maskenpflicht wurde in Spanien erheblich gelockert. Mund-Nasen-Schutz muss im Freien nicht mehr immer und überall getragen werden.
Touristinnen und Touristen halten sich am Strand von Arenal in Palma de Mallorca auf. Die Maskenpflicht wurde in Spanien erheblich gelockert. Mund-Nasen-Schutz muss im Freien nicht mehr immer und überall getragen werden. Quelle: Clara Margais/dpa
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Viele Tausend europäische Reisende wollen im Juli oder August ihren Urlaub auf Mallorca verbringen. Sie waren guten Mutes, denn monatelang war die Zahl der Neuansteckungen sehr niedrig und die Lage stabil.

Doch in die Urlaubslaune mischt sich Sorge: Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ganz Spanien und damit auch Mallorca seit dem 27. Juli als Hochinzidenzgebiet ein. Das bedeutet, dass das Auswärtige Amt mitten in den Sommerferien wieder von touristischen Reisen auf die Lieblingsinsel der Deutschen warnt.

Mallorca – die aktuelle Inzidenz

In ganz Spanien und auch auf den Balearen steigen die Infektionszahlen seit Ende Juni: Inzwischen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz auf Mallorca bei 340,9 (Stand 26. Juli), wie die „Mallorca Zeitung“ berichtet. Damit ist sie fast siebenmal so hoch wie die von der deutschen Bundesregierung für die Einstufung als „einfaches“ Risikogebiet festgelegte Schwelle von 50. Für die Balearen insgesamt – also mit den Nachbarinseln Menorca, Ibiza und Formentera – liegt der Wert laut der Balearen-Regierung bei 386,6. Damit übersteigt die Zahl auch den Richtwert zur Einstufung von Hochinzidenzgebieten deutlich; dieser liegt bei 200. Der R-Wert, der möglichst unter 1 liegen sollte, liegt bei 1,23 (Stand 26. Juli).

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Auf den Balearen werden derzeit täglich mehr als 6000 Corona-Tests durchgeführt. Der Anteil positiver Tests liegt bei 13,15 Prozent (Stand 26. Juli). Laut Robert Koch-Institut sollte dieser Wert möglichst unter 5 liegen.

Warum sind die Zahlen so steil angestiegen?

Der Corona-Anstieg auf der Baleareninsel wird unter anderem auf Massen­ansteckungen unter spanischen Schülerinnen und Schülern während ihrer Abschlussfahrten zurückgeführt. Mehr als 2000 junge Leute waren positiv auf das Virus getestet worden, die meisten nach ihrer Rückkehr aufs Festland.

Die Zahlen werden außerdem von der Delta-Variante in die Höhe getrieben, die offiziellen Angaben zufolge inzwischen 85 Prozent der untersuchten Proben auf der Insel ausmacht.

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Die Lage in den Krankenhäusern war lange entspannt, wie die Balearen-Präsidentin Francina Armengol mitgeteilt hatte. Die meisten Corona-Infektionen würden junge Menschen treffen, die Verläufe seien nicht so schwer. Doch inzwischen schlägt sich der Anstieg immer deutlicher auch in den Krankenhäusern bemerkbar. Am Montag werden auf den Balearen 288 Personen im Krankenhaus auf der normalen Station behandelt, das sind 33 mehr als am Vortag. 46 weitere liegen auf der Intensivstation. Die Auslastung an Intensivbetten beträgt 24 Prozent. Auf Mallorca werden 31 Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation behandelt, auf normalen Stationen sind es 202.

Mallorca als Hochinzidenzgebiet: Was heißt das?

Die Balearen standen zwischen Mitte März und Mitte Juli nicht auf der Risikogebiete­liste des Robert Koch-Institutes, die Infektions­zahlen waren zwischen Februar und Ende Juni sehr gering. Doch seither ging die Kurve steil nach oben: Von Sonntag auf Montag meldete das balearische Gesundheits­ministerium insgesamt 551 Neuinfektionen mit dem Coronavirus (nach 715 am Vortag), davon 367 auf Mallorca, 56 auf Menorca, 121 auf Ibiza und 7 auf Formentera.

Die Einstufung als Hochinzidenzgebiet ab dem 27. Juli bedeutet zwar, dass das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausspricht – ein Reiseverbot ist das aber nicht. Es gelten jedoch verschärfte Regeln, die vor allem Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesene treffen. Es gelten folgende Vorschriften für die Rückkehr nach Deutschland:

Mallorca: Aktuelle Corona-Regeln für Reiserückkehrer

  • Nachweispflicht: Alle Urlauberinnen und Urlauber müssen bereits beim Check-in am Flughafen Palma den Nachweis über einen negativen Corona-Test (PCR-Test maximal 72 Stunden alt, Antigentest maximal 48 Stunden), die vollständige Impfung oder eine Genesung vorlegen. Ansonsten dürfen sie von den Airlines nicht transportiert werden. Ausgenommen von der Nachweispflicht sind Kinder, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
  • Quarantänepflicht: Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss für bis zu zehn Tage in Quarantäne. Der Zeitraum kann aber durch einen zweiten Test an Tag fünf verkürzt werden. Wer einen Impfnachweis oder einen Nachweis über die Genesung besitzt (geht auch über den CovPass mit QR Code), ist von der Quarantänepflicht ausgenommen.
  • Anmeldepflicht: Alle Urlaubenden müssen sich vor dem Abflug nach Deutschland digital registrieren auf www.einreiseanmeldung.de. Das gilt seit dem 11. Juli auch für Reise­rückkehrerinnen und Reise­rückkehrer von Mallorca. Sie können dort auch ihre Nachweise hochladen.
Zwei Polizisten stehen am 30. Juni im Einsatz vor dem Hotel, in dem mehr als 200 Schüler in Corona-Zwangs­quarantäne gesetzt wurden. Quelle: Isaac Buj/EUROPA PRESS/dpa

Worst Case wäre die Einstufung als Virusvarianten­gebiet. Dann müssen alle Reise­rückkehrerinnen und ‑rückkehrer in Deutschland für 14 Tage in strikte Quarantäne. Doch diese Einstufung ist unwahrscheinlich, obwohl sich die Delta-Variante auch auf Mallorca ausbreitet.

Grund dafür: Die Mutante, die zuerst in Indien nachgewiesen wurde, wird auch in Deutschland dominant. Und in diesem Fall verliert diese Einteilung ihren Sinn, wie Bundesgesundheits­minister Jens Spahn vergangene Woche sagte. Portugal, Großbritannien und weitere Länder wurden daher am 7. Juli von der Liste der Virusvarianten­gebiete gestrichen.

Mallorca-Urlaub: Wie können Reisende sich absichern?

Wer sich für den Fall der Fälle absichern will, sollte genau hinschauen: Eine normale Reise­rück­tritts­­versicherung nützt in der Regel nichts, wenn für ein Land eine Reisewarnung ausgesprochen wird oder die Einschränkungen vor Ort strikter werden. Die meisten Versicherungen zahlen nur, wenn die Reise aus persönlichen Gründen nicht angetreten werden kann – etwa weil man selbst erkrankt. Es gibt wenige Ausnahmen, schreibt das Portal „Reise­versicherung“.

Fest steht: Pauschalreisen bieten eine deutlich bessere rechtliche Absicherung als Individualreisen. Viele Veranstalter haben im zweiten Corona-Sommer flexible Umbuchungs- und Stornierungsbedingungen oder Flextarife im Angebot. Hier zahlen Reisende etwas mehr, können dafür aber auch kurzfristig noch stornieren oder umbuchen. Auch Covid-Absicherungen haben viele inkludiert. Das heißt: Im Fall einer Corona-Infektion oder einer Erkrankung werden zusätzliche Krankenhaus­kosten oder Aufenthalts­kosten einer Quarantäne übernommen.

RND/gei

Der Artikel "Mallorca ist Hochinzidenzgebiet: Was das für den Urlaub bedeutet" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.