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Reise & Tourismus „Richtig große Reisewelle“: An welchen Flughäfen es am Wochenende voll wird
Mehr Reise & Tourismus „Richtig große Reisewelle“: An welchen Flughäfen es am Wochenende voll wird
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11:08 16.10.2021
Zahlreiche Fluggäste warten im Flughafen Hannover/Langenhagen. Weil der von der Bundespolizei für die Abfertigungs­kontrollen beauftragte Dienstleister massive Personalprobleme hat, kam es zuletzt zu großen Wartezeiten, teilweise verpassten Reisende deswegen ihre Flüge.
Zahlreiche Fluggäste warten im Flughafen Hannover/Langenhagen. Weil der von der Bundespolizei für die Abfertigungs­kontrollen beauftragte Dienstleister massive Personalprobleme hat, kam es zuletzt zu großen Wartezeiten, teilweise verpassten Reisende deswegen ihre Flüge. Quelle: Moritz Frankenberg/dpa
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Stundenlanges Warten am Check-in, Gedränge am Terminal, im schlimmsten Fall verpasste Flüge – ein solcher Start in den Urlaub bedeutet vor allem eines: Stress. Doch so stellte sich die Situation an den vergangenen Wochenenden an mehreren deutschen Flughäfen dar, allen voran Berlin-Brandenburg (BER) und Hannover. Dort berichteten Passagierinnen und Passagiere darüber, teilweise bis zu sechs Stunden gewartet zu haben.

Derzeit ist der Check-in besonders aufwendig, weil aufgrund der Corona-Pandemie die meisten Reisenden dort Corona-Tests oder Impfnachweise vorlegen müssen, um ihre Reise antreten zu können. An diesem Wochenende dürfte es erneut voll werden, auch auf einigen Autobahnen. Ein Überblick.

Flughafen BER erwartet erneut starken Andrang

Am neuen Hauptstadt­flughafen Berlin Brandenburg (BER) hatten sich am vergangenen Samstag zu Ferienbeginn teilweise chaotische Szenen abgespielt: Passagierinnen und Passagiere standen in falschen Schlangen, kamen nicht an ihr Gepäck oder verpassten gar wegen der überlangen Wartezeiten ihre Verbindungen.

Der BER erwartet auch an diesem Wochenende erneut einen starken Andrang von Reisenden. Obwohl an diesem Freitag mit rund 70.000 Passagierinnen und Passagieren ein Herbstrekord für den BER erwartet worden war, lief das Geschehen zunächst ruhig ab. „Es ist ein normaler Reisetag in den Herbstferien mit viel Betrieb im Terminal“, sagte ein Flughafensprecher am Freitag.

Der Betreiber setzt nach eigenen Angaben bereits 40 zusätzliche Kräfte aus den eigenen Reihen ein, um den Reisenden im Terminal zu helfen und die Gepäckabfertigung zu beschleunigen. Überlange Wartezeiten wie am vergangenen Samstag sollen in einer gemeinsamen Anstrengung sämtlicher Systempartner vermieden werden.

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Die Lufthansa kündigte an, zu den Stoßzeiten die Zahl ihrer Check-in-Schalter von zwölf auf 18 zu erhöhen. Auch in den Wartebereichen solle mehr Personal eingesetzt werden, erklärte eine Sprecherin. Die zwischenzeitlich zurückgenommene Aufforderung an die Passagierinnen und Passagiere, sich möglichst vier Stunden vor Abflug am Flughafen einzufinden, wiederholte Lufthansa nicht. Sie bat die Reisenden, ihre Unterlagen zu überprüfen und die Möglichkeiten zum Online-Check-in für Reisen in Nichtrisikogebiete zu nutzen. Die Flughafen­gesellschaft wies zudem erneut auf die Möglichkeit hin, das Gepäck bei Lufthansa und Eurowings bereits am Vorabend aufzugeben.

Die zusätzliche „Eingreiftruppe“ bestehe aus BER-Mitarbeitenden, die sich freiwillig gemeldet hätten, sagte der Flughafensprecher. Sie würden flexibel bis zum Ferienende am 24. Oktober eingesetzt. Sie sollen Reisende im Terminal in die richtige Schlange weisen, Fragen beantworten und bei Bedarf beim Gepäck mit anfassen. Eigentlich sind diese Aufgaben an private Dienstleister vergeben.

Am BER ist derzeit aus Kostengründen nur das Hauptterminal T1 geöffnet. Eine Öffnung des im vergangenen Jahr fertiggestellten Terminals 2 ist laut Betreibergesellschaft erst bei einem dauerhaften Andrang von täglich mindestens 70.000 Reisenden vorgesehen.

Zahlreiche Passagiere stehen am Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ (BER) im Terminal 1 vor der Sicherheitskontrolle Schlange. Nach dem Abfertigungschaos vom vergangenen Wochenende erwartet der Flughafen erneut einen starken Andrang von Reisenden (Archivfoto). Quelle: Christoph Soeder/dpa

Flughafen Hannover: Drei Stunden vor Abflug eintreffen

Zum Herbstferienstart haben sich an Niedersachsens größtem Flughafen in Hannover am Samstagmorgen erneut teilweise lange Schlangen gebildet. Die Bundespolizei richtet sich auf „eine richtig große Reisewelle“ ein, innerhalb weniger Stunden könnten mehrere Tausend Fluggäste an den Airport kommen. „Nach unseren Informationen konnten alle Kontrollspuren wieder besetzt werden“, hieß es. „Trotzdem wird es wohl nicht möglich sein, das Ganze immer staufrei abzuarbeiten.“

Ein Sprecher der Bundespolizei sagte aber, die Abfertigung sei „wesentlich entspannter als in den vergangenen Wochen“. Die beauftragte Sicherheitsfirma setzte am Samstag deutlich mehr Personal ein. Reisende in den Terminals berichteten dennoch zum Teil von mehreren Stunden Wartezeit – viele hatten sich aber darauf eingestellt und waren früher angereist. Der Flughafen erwartete für diesen Samstag rund 15.000 Reisende.

„Ich finde es eigentlich unerträglich, dass man so lange warten muss – einmal hier bei der Abfertigung am Gate, aber auch beim Security-Check“, sagte Ludger Haverkemper aus Höxter in Ostwestfalen vor seinem Abflug nach Rhodos am frühen Samstagmorgen. Drei Stunden Wartezeit müssten in jedem Fall eingeplant werden.

Andere Reisende berichteten, dass sich das Flughafenpersonal bemühe, die Wartenden in die richtigen Schlangen zu kanalisieren. Zudem wurden Vorkontrollen, etwa bei der Überprüfung von Impfausweisen, gemacht.

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Sowohl der Flughafen als auch die Beamten der Bundespolizei wiesen darauf hin, dass Reisende ihren Teil zu rascheren Abläufen am Sicherheitscheck beitragen könnten. „Manche Leute führen Dinge im Gepäck mit sich, die dort nicht reingehören“, sagte ein Bundespolizist. „Das verzögert die Kontrollen dann zusätzlich.“

Flughafen Hamburg: Lange Schlangen am Samstag

Am Hamburger Flughafen hat es am Samstagmorgen erneut lange Schlangen und längere Wartezeiten bei der Abfertigung der Fluggäste gegeben. „In den ganz frühen Morgenstunden war wie immer am meisten los – wenn alle Flieger in die Sonne rausgehen“, sagte eine Sprecherin. Üblicherweise beschränke sich der Ansturm aber auf ein bis zwei Stunden. Das seien einzelne Spitzen, bei denen nahezu das Niveau von 2019 erreicht werde. Über den Rest des Tages verteilen sich die Fluggäste wieder deutlich mehr in den Abflughallen und an den Sicherheitskontrollen.

An diesem Wochenende werden an beiden Tagen jeweils rund 130 Starts und 130 Landungen erwartet. Damit sind pro Tag etwa 30.000 Passagierinnen und Passagiere auf dem Flughafen unterwegs. „Das wird jetzt das letzte stärkere Herbstwochenende sein, und dann dürfte das Niveau leider wieder runtergehen“, so die Sprecherin.

Reisende sollten mindestens zwei Stunden vor Abflug am Flughafen sein oder bereits per Internet einchecken. Bislang habe das am Hamburger Flughafen meist gut geklappt, sagte die Sprecherin. „Man muss schon sagen: Die Passagiere sind sehr, sehr gut vorbereitet, und sie haben meist auch viel Verständnis und Geduld.“

Sachsen rechnet mit Andrang an Flughäfen

Auch in Sachsen beginnen an diesem Samstag die Herbstferien – von den Airports Leipzig/Halle und Dresden aus starten am Samstag und Sonntag insgesamt 50 Flieger in Urlaubsregionen, wie die Mitteldeutsche Flughafen AG mitteilte. „Unsere wichtigste Botschaft ist: Für entspanntes Reisen sollten sich die Gäste gut vorbereiten“, sagte Konzernsprecher Uwe Schuhart.

Mit 40 Fliegern aus Leipzig/Halle und zehn Fliegern aus Dresden geht es in Urlaubsländer wie Spanien, die Türkei, Griechenland und Italien. Für diese Ziele müssen Gäste vor der Einreise Onlineformulare ausfüllen. Nach erfolgreichem Abschluss wird ein QR-Code generiert. „Diesen sollten die Gäste beim Check-in unbedingt parat haben“, sagte Schuhart.

Ohne den erforderlichen QR-Code sowie Test- oder Impfnachweise könnten Reisende nicht in die Flieger steigen. Da die coronabedingten Formalitäten Zeit in Anspruch nehmen, empfiehlt die Mitteldeutsche Flughafen AG allen Reisenden, mindestens zweieinhalb Stunden vor Abflug am Airport zu sein.

Flughafen München: Mehr Zeit einplanen

Die Herbstferien in Bayern stehen noch bevor – der Flughafen München ruft Passagierinnen und Passagiere dennoch schon jetzt dazu auf, am Check-in mehr Zeit einzuplanen. Wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen aufwendigeren Kontrollen seien längere Schlangen an Deutschlands zweitgrößtem Airport zu erwarten, sagte Flughafensprecher Ingo Anspach am Freitag. „Es ist grundsätzlich hilfreich, ein bisschen mehr Zeit einzuplanen.“ Das Aufkommen in München werde sich aber voraussichtlich dieses Wochenende in Grenzen halten.

Die bayerischen Herbstferien beginnen am 30. Oktober, in anderen Bundesländern sind bereits Ferien. Größere Umsteige­aktivitäten für zum Beispiel Langstrecken seien dieses Wochenende in München nicht zu erwarten, da die Herbstferien vergleichsweise kurz seien, sagte Anspach. „Der Ferienaufbruchs­verkehr in Bayern wird noch kommen.“

Auf diesen Autobahnen droht Stau

Während die Schulferien in Sachsen, Niedersachsen und Bremen an diesem Wochenende beginnen, enden sie in Hamburg und Schleswig-Holstein. Entsprechend groß werde der Andrang auf den Fernstraßen sein, hieß es vom ADAC. Eine erste Reisewelle wird ab Freitagnachmittag erwartet, auch am Samstag und Sonntag soll es viel Verkehr geben.

Mit Behinderungen ist besonders auf der wichtigen Nord-Süd-Strecke A7 zu rechnen – und zwar zwischen Hannover und Südniedersachsen, wo viele Baustellen sind. Voll wird es auch rund um die Ballungsräume Hannover, Hamburg und Bremen sowie an den Baustellen auf der A1 bei Osnabrück, Bramsche und Stuhr. Auch auf der A28 bei Leer und der A29 zwischen Sande und Rastede könnte es eng werden.

In Sachsen erwartet der Verkehrswarndienst zum Ferienstart ebenfalls mehr Betrieb. Besonders an den Baustellen auf der A72 von Hof in Richtung Chemnitz sowie auf der A4 von Aachen in Richtung Görlitz könne es eng werden, sagte ein Sprecher. „Da es noch mal schönes Herbstwetter geben könnte, gehen wir davon aus, dass auch in Ausflugsregionen wie der Sächsischen Schweiz viel los sein wird.“

RND/gei/dpa

Der Artikel "„Richtig große Reisewelle“: An welchen Flughäfen es am Wochenende voll wird" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.