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Weihnachtliches Krippenbauer aus Leidenschaft
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Weihnachten in Marburg und Umgebung
11:47 20.12.2019
Werner Sack (links) präsentiert mit Enkel Philipp seine erste selbstgebaute Krippe mit dem Namen „Waldspaziergang“  - erstellt aus Dingen, die er im Wald gefunden hat. Quelle: Foto: Florian Lerchbacher
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Momberg

Jedes Familienmitglied bekommt spätestens am Tag des Auszugs eine selbstgebaute Krippe. Das ist bei Werner Sack Tradition. Sein jüngster Enkel und „Adjutant“ Philipp freut sich schon jetzt.

Um die 30 Krippen hat Werner Sack in seinem Leben bereits gebaut – genauer gesagt: die Ställe macht er selber, die Figuren müssen gekauft werden. „Die selber schnitzen ... Das schaffe ich nicht“, gibt der 82-Jährige zu und berichtet, unter Arthrose in den Finger zu leiden. Vom Basteln werde ihn das aber nicht abhalten. Derzeit baut er eine Art Miniaturwelt in seinem Garten, wo schon eine Mühle mit vorbeiführendem Bächlein oder eine kleine Version der Momberger Grotte stehen. Dass er das Bauen drauf hat, ist in dem Momberger Stadtteil schon lange bekannt. Einst hatte er beispielsweise mit dem damaligen Pfarrer Wilhelm Gerlach und einigen Unterstützern den beliebten Klauseborn erstellt.

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Seine erste Krippe baute er „damals, als die Kinder noch klein waren“ – was schon ein paar Jahre her ist, da Werner Sack inzwischen nicht nur Vater zweier Söhne ist, sondern auch noch fünf Enkel und einen Urenkel hat. „Waldspaziergang“ heißt sein Erstlingswerk, denn es entstand einst aus allem, was die junge Familie damals eben während eines Waldspaziergangs fand.

Vornehmlich besteht die Krippe – deren Figuren ausnahmsweise selbstgemacht sind –aus Eicheln und Bucheckern.Inzwischen sind einige Jahre ins Land gegangen und Werner Sack hat es zur Familientradition gemacht, jedem, der aus seinem Elternhaus auszieht, eine Krippe zu basteln. „Das ist wie ein Stück Heimat“, meint Enkel Philipp, der mit 23 Jahren zwar noch nicht über den Auszug nachdenkt, sich aber zumindest schon auf seine Krippe freut: „Sie sehen gut aus und es steckt viel Herzblut darin. Und dass es Opa auch noch Spaß macht, sich dabei zu verwirklichen, macht die Krippen doppelt schön.“Philipp sei sein „Adjutant“ beim Aufstellen der Krippen, berichtet der Großvater, der auch in der Momberger Kirche Herr des Geschehens ist und seit Jahren dafür sorgt, dass die riesige Krippe dort korrekt aufgebaut und ins richtige Licht gerückt wird. In seinem Haus stelle er in der Weihnachtszeit um die acht Krippen auf, ergänzt Sack, der sich außerdem regelmäßig in der Adventszeit an Ausstellungen der kleinen Kunstwerke beteiligt. Doch woher kommt die Leidenschaft für Krippen? So genau kann er es selber nicht erklären: „Wie gesagt, ich war immer beim Aufstellen in der Kirche dabei – und irgendwann habe ich mich gefragt, warum ich nicht einmal eine selber bauen sollte und habe es dann gleich auch ausprobiert.“

von Florian Lerchbacher

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