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Weihnachtliches So schmeckt Weihnachten in Griechenland
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Weihnachten in Marburg und Umgebung
21:14 10.12.2019
Nikoletta und Angeliki Ioannidou mit ihrem Vater Kosta Ioannidis präsentieren das traditionelle griechische Weihnachtsgebäck Melomakarono und Kourambiedes (rechts).  Quelle: Silke Pfeifer-Sternke
Marburg

Fragt man einen­ Griechen, wie Weihnachten­ schmeckt, wird er antworten: nach den leckerstem Weihnachtsgebäck. Das sind in Griechenland Melomakarono und Kourambiedes. Wenn hierzulande die Lebkuchen in den Regalen zu finden sind, beginnt in den Bäckereien Griechenlands das große Backen für die Vorweihnachtszeit.

In den griechischen Familie kursieren eigene Rezepte für das traditionelle Weihnachtsgebäck. Bei Familie Ioannidis passen die Rezepte auf einen typischen Bestellblock. Beim Gebäck Melomakarono orientiert sich die Messeinheit an einer Tasse. „Es ist mit jeder Größe anwendbar, weil sich der Inhalt ans Gefäß anpasst“, sagt Angeliki Ioannidou (31).

Sie arbeitet ebenso wie ihre Schwester Nikoletta Ioannidou (24) im Familienbetrieb, dem Restaurant Thessaloniki­ am Südbahnhof in Marburg, das ihre Eltern Sofia Ioannidou (52) und Kosta Ioannidis (56) 1980 von der Familie übernommen haben. Weihnachten zähle zu den höchsten Feiertagen in Griechenland. „Die Familien kommen zusammen – auch aus dem Ausland“, sagt Angeliki 
Ioannidou.

Weihnachtsgebäck darf nicht fehlen

In vielen Familien werde auch vor der Weihnachtszeit gefastet. Früher sei der letzte Fastentag an Heiligabend gewesen. Groß aufgetischt wurde am 25. und 26. Dezember. Geschenke seien erst am 6. Januar ausgetauscht worden. Heutzutage habe sich zwar vieles geändert, aber nicht fehlen dürfe das traditionelle Weihnachtsgebäck – das es laut Angeliki Ioannidou nur in Griechenland oder bei den im Ausland lebenden Griechen gibt. Als Festessen kommt je nach Region entweder Geflügel oder Braten auf den Tisch.

Dazu werden Klöße und Rotkohl serviert. Wer allerdings als Grieche vor Weihnachten klassisch fastet – also vegan – müsse auf eine beliebte Leckerei in der Vorweihnachtszeit verzichten: die den Vanillekipferl ähnelnden Kourambiedes sind mit Butter gebacken und deshalb in der Vorweihnachtszeit tabu.

Bis in den Januar hinein genießen

Küchenchefin Sofia Ionnidou (52) hat die Rezepte für das Weihnachtsgebäck im Kopf und hat die Plätzchen im Advent für ihre Familie gebacken. Nicht alle Griechen fasten allerdings vor Weihnachten, dazu zählt auch Familie Ioannidis. „Wir essen zu gerne Fleisch“, sagt Angeliki Ioannidou. Deshalb gibt es bei ihnen auch die beliebten Kourambiedes.

Es sei üblich, dass das Gebäck nach der Fastenzeit auf den Festtagstisch gehört. Bis in den Monat Januar könne man dann das traditionelle Weihnachtsgebäck genießen.

Bei Iaonnidis wird am 24. Dezember zusammen gefeiert. An den beiden Weihnachtsfeiertagen beginnt für die Gastronomen-Familie wieder der ­Arbeitsalltag. An beiden Tagen bewirten sie die Gäste im Restaurant.

von Silke Pfeifer-Sternke