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Pferd und Reiterin im Sonnenuntergang.
Pferd und Reiterin im Sonnenuntergang. Quelle: Nadine Weigel/Themenfoto
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EHV-1 (Equid Alphaherpesvirus 1) ist eine tödliche Pferdeseuche, und diese legte den internationalen Turniersport lahm. Es sei für die Reiter-Szene schlimmer als Covid-19, schrieb die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) in einem Bericht.

Viele kämpfen um das Leben ihrer Pferde; Lockdown für Pferde in Deutschland, bis Ende März wurden alle Turniere und Lehrgänge abgesagt. Das Herpesvirus wurde im Februar auf einem Turnier in Valencia entdeckt. Es handelt sich dabei um eine besonders aggressive und tödliche Variante des Herpesvirus EHV-1.

Wie sehen Symptome und Übertragung aus? Laut der FN tragen etwa 80 Prozent aller Pferde das Herpesvirus in sich, jedoch bricht es nur bei manchen aus, ist dann jedoch lebensbedrohend. Das Virus wird genau wie Corona über Tröpfcheninfektion übertragen.

Allerdings ist es auch möglich, dass es über die Kleidung oder Gegenstände von einem Menschen auf die Pferde übertragen wird. Daher ist es sehr wichtig, dass man immer frische Sachen anzieht, wenn man sich in verschiedenen Ställen aufhält.

Pferdebabys besonders gefährdet

Das Virus verursacht bei den Pferden unter anderem eine Erkrankung der Atemwege. Bei den infizierten Pferden treten nach einigen Tagen der Fieberphase Koordinationsstörungen (Ataxie) auf. Diese äußern sich in Zittern, Stolpern und Balanceschwierigkeiten bis hin zu ständigem Hinlegen oder sogar Lauf- und Aufsteh-Unfähigkeit.

Ähnlich wie bei Corona sind die meisten Verläufe harmlos, können aber auch lebensgefährlich sein. Diese neurologischen Symptome können sich bis hin zum Festliegen verschlechtern, das heißt, die Pferde wollen sich ständig hinlegen und können vielleicht selber gar nicht mehr aufstehen.

Bei tragenden Stuten, die infiziert sind, sterben die Fohlen meist direkt nach der Geburt. Pferde, die das Virus überleben, bleiben lebenslang Virusträger, und bei schlechten Bedingungen, wie zum Beispiel Stress, können wieder Symptome auftreten.

Auf einer internationalen Turnierserie in Valencia wurde die neue Variante des Herpesvirus erstmals entdeckt. Besonders betroffen sind die Turnierställe, in denen die Reiter in Valencia waren. Viele hochklassige Sportpferde sind an dem Virus gestorben, wie das Pferd „Qadira“ der deutschen Topnachwuchsreiterin Tessa Leni Thillmann.

Turnier-Leben auf Eis gelegt

Mittlerweile sind in Deutschland mindestens zwei Pferde an dem Virus gestorben. Da es für EHV-1 in Deutschland keine Meldepflicht gibt, kann man nicht genau sagen, welche Fälle es gibt und wie viele Tiere wirklich daran gestorben sind.

Um die weitere Verbreitung zu vermeiden, hatte der Weltreiterverband FEI beschlossen, fast alle internationalen Turniere bis Ende März abzusagen. In Deutschland wurden daraufhin alle nationalen Turniere abgesagt, und auch der Bundesstützpunkt in Warendorf schloss externe Pferde aus. Das Bundesnachwuchschampionat der Springreiter wurde ebenfalls abgesagt. Die FN empfahl dringend, alle weiteren Lehrgänge, bei denen Pferde aus verschiedenen Ställen aufeinandertreffen würden, abzusagen. Nationale Veranstaltungen sind nun nur unter Einschränkungen wieder möglich.

Für den Reitsport sind die EHV-1-Auswirkungen schlimmer als Covid-19. Zunächst bleiben alle mit ihren Pferden zuhause und hoffen, dass es bald wieder losgehen kann und alle Pferde gesund bleiben.

Von Yuma Hoppe, Gesamtschule Ebsdorfergrund, Klasse 8G1