Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Gesellschaft Ein Anrecht auf ein Haustier gibt es nicht
Mehr OP extra Schueler lesen die OP Gesellschaft Ein Anrecht auf ein Haustier gibt es nicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Schueler lesen die OP
Ein vermittelter Hund aus Griechenland geht im Schlosspark Rauischholzhausen Gassi.
Ein vermittelter Hund aus Griechenland geht im Schlosspark Rauischholzhausen Gassi. Quelle: privat
Anzeige
Marburg

Immer mehr Menschen kaufen sich Haustiere. Viele von ihnen informieren sich dabei jedoch nicht über die Herkunft der Tiere oder die Verantwortung, die sie für diese tragen werden, erläutert Maresi Wagner, Leiterin des Tierheims Cappel.

Besonders während der Pandemie steigt die Sehnsucht nach Gesellschaft. Für viele Menschen ist es dann die naheliegende Wahl, sich ein Haustier zuzulegen, wobei ihr Wunsch meist ein junges, möglichst niedliches Tier ist.

Ob es vor allem die durch die Pandemie einsamen Menschen sind, die sich nun ein Haustier zulegen möchten, ist unklar. Denn über die Interessenten, die im Tierheim anrufen, liegen wenige Informationen vor.

Zwar können Tiere bei Einsamkeit in der Pandemie eine Hilfe sein, „sie sind jedoch kein Allheilmittel“, so Maresi Wagner. Die meisten befragten Haustierbesitzer meinten, die Gesellschaft ihres Haustieres helfe ihnen zwar in dieser Zeit, doch auch vorher sei dies schon so gewesen.

Kritik an Hundeproduktionshöfen

Häufig werden die Vorstellung der Menschen von einem Haustier stark durch Social Media geprägt, wo oft nur die schönen Seiten eines solchen gezeigt werden, ohne die Probleme zu thematisieren.

Wenn einige Leute, die sich nun erst ein Haustier zulegen möchten nach einem Anruf im Tierheim erfahren, dass es keine Jung- oder Rassetiere gibt, wenden sich vielleicht viele von ihnen an unseriöse Züchter, die keinerlei Rücksicht auf das Tierwohl nehmen.

Besonders sogenannte Hundeproduktionshöfe in Osteuropa achten kaum auf die Tiere, sodass diese häufig schlecht sozialisiert sind und/oder die Impfung gegen Parvovirose-Seuche, die bei Hunden und Katzen auftritt, und diverse Verhaltensstörungen sowie Durchfall und Erbrechen bei diesen verursacht, nicht erhalten haben.

Tierwohl contra Menschenwunsch

Das führt häufig dazu, dass die Halter überfordert sind, wenn ihr Tier beißt oder krank wird. Oft werden die Tiere aus Überforderung im Tierheim abgegeben oder schlicht ausgesetzt. Den Kauf von solchen Höfen rechtfertigen manche Leute damit, dass sie ja zunächst im Tierheim fragten und es ihr Wunschtier dort nicht gab.

„Jedoch“, bekräftigt Maresi Wagner, „hat niemand ein Anrecht auf ein Haustier.“ Falls es also das Wunschtier nicht gibt, sollte man sich nicht auf Kosten des Tierwohls an Produktionshöfe wenden.

„Viele Leute denken, es sei die Aufgabe von Tieren Menschen zu erfreuen, wobei viele die Probleme und Ärgernisse, die ein solches, genau wie ein Mitbewohner, mit sich bringt, vergessen“, fasst Maresi Wagner anschließend zusammen.

Wie es in Zukunft weitergeht ist noch unklar, doch es wird vermutet, dass das Verlangen nach Gesellschaft und somit oft nach Haustieren weiterhin steigen wird. Optionen zu Tieren aus Tierproduktionshöfen sind das Tierheim und diverse Hilfsorganisationen, welche Straßenhunde aus Rumänien oder Griechenland vermitteln.

Von Samiya Id-Lefqih und Lisa Knieriemen Aparicio, Gymnasium Philippinum, Klasse 8b