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Das Haus in Amsterdam, in dem sich das jüdische Mädchen Anne Frank vor den Nazis versteckte und ihr weltberühmtes Tagebuch geschrieben hat, ist heute ein Museum.
Das Haus in Amsterdam, in dem sich das jüdische Mädchen Anne Frank vor den Nazis versteckte und ihr weltberühmtes Tagebuch geschrieben hat, ist heute ein Museum. Quelle: Peter Dejong/dpa/Archiv
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Die Geschichte über Anne Frank sollte jeder kennen und mindestens einmal gehört haben. Annelies Marie Frank, genannt Anne Frank, war ein jüdisches Mädchen, das im 20. Jahrhundert lebte und sich mit seiner Familie vor der niederländischen Besetzung verstecken musste. Sie hat in Holland gelebt und wurde nur 15 Jahre alt.

Anne wurde am 12. Juni 1929 geboren, sie starb im Februar oder Anfang März 1945. Ihre Familie ist 1934 in die Niederlande ausgewandert, um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen. Ab 1934 lebte sie mit ihrer Schwester Margot und mit ihren Eltern Otto und Edith Frank in Amsterdam.

Die Juden, also auch ihre Familie, mussten viele Regeln befolgen ab dem Zeitpunkt, als die Deutschen 1940 die Niederlande besetzten. Juden mussten einen Judenstern tragen, ihre Fahrräder abgeben, sie durften nicht mit der Straßenbahn oder einem Auto fahren, sie durften nur von 15 bis 17 Uhr einkaufen gehen, durften nur zu einem jüdischen Friseur.

Sie durften ab acht Uhr abends bis sechs Uhr morgens nicht raus, Juden durften nicht in Theater, Kinos oder andere Plätze, die zum Spaß haben da waren. Sie durften auf keine Sportplätze und in der Öffentlichkeit auch keinen Sport machen, sie durften zu keinem Christen ins Haus und sie mussten auf jüdische Schulen gehen.

Versteck wird lange geplant

Anfang Juli 1942 musste sich Annes Familie verstecken, weil es zu gefährlich wurde. Sogar eine Woche früher als sie eigentlich wollten. Ihre Familie hatte zu der Zeit schon seit über einem Jahr ihr Verstecken geplant, in einem Hinterhaus von Otto Franks Firma. Man musste durch das Haus, an einer Wand stand ein Bücherregal, das man aufmachen konnte wie eine Tür, dort ging eine Treppe hoch und man war in ihrem Geheimversteck.

Nur die engsten Freunde der Familie wussten von ihrem Plan, das heißt, ein paar Arbeitskollegen von Otto Frank. Anne Frank, ihre Schwester und ihre Eltern haben schon Monate vor ihrem Verstecken heimlich Möbel, Kleidung, Besteck und vieles mehr ins Geheimversteck gebracht.

Im Hinterhaus war genau für acht Menschen Platz, Annes Familie waren vier, das heißt, es konnten noch vier andere dazukommen. Am Tag mussten alle Fenster dicht gemacht werden, damit man sie nicht sehen konnte. Und sie mussten so still sein, dass sie keiner hören konnte, das heißt, flüstern, wenn möglich sogar gar nicht reden, was eine extrem schwere Umstellung war. Nach ein paar Tagen kam noch eine andere Familie dazu, die van Pels (in Anne Franks Tagebuch van Daans genannt): Vater, Mutter und ihr Sohn Peter, also war jetzt noch Platz für eine Person.

Familie Frank und Familie van Pels verstanden sich nicht sehr gut. Anne konnte Peter anfangs nicht leiden und Frau Frank und „Frau van Daan“ haben ständig diskutiert. Je länger sie dort waren, desto schlechter verstand auch Anne sich mit ihrer Schwester Margot und ihrer Mutter. Nur mit ihrem Vater konnte sie noch relativ normal reden.

Zwei Jahre Leben im Unterschlupf

Anne hatte zu ihrem Geburtstag ein Tagebuch bekommen, in das sie am meisten schrieb in der Zeit, in der sie untergetaucht waren. Sie schrieb immer an ihre imaginäre Freundin Kitty, erzählte ihr alles, was so passierte, wie sie lebten und vieles mehr.

Ein paar Wochen später nachdem sie untergetaucht waren, kam die achte Person dazu, es war ein jüdischer Zahnarzt namens Fritz Pfeffer (im Tagebuch „Dussel“ genannt).

Umso länger sie dort lebten, umso anstrengender war es, weil nicht alles immer so klappte, wie sie es wollten. Manchmal fiel tagelang der Strom aus, dadurch musste der Elektriker kommen und sie durften in dieser Zeit kein einziges Wort sagen, weil er sie nicht hören durfte. Insgesamt konnten die Familien sich zwei Jahre verstecken – 1944 fanden die Nazis heraus, dass sie sich in einem Hinterhaus verstecken und sie wurden alle festgenommen.

Befreiung des Lagers für Anne zu spät

Man dachte jahrelang, dass sie verraten worden sind, doch zur heutigen Zeit stellte sich heraus, dass es wahrscheinlich ein Zufall war. Die Familien Frank und van Pels sowie Fritz Pfeffer wurden ins Konzentrationslager Auschwitz gebracht. Im November 1944 wurde Anne mit ihrer Schwester weiter ins Lager Bergen-Belsen deportiert.

Alle Menschen, die dort gefangen waren, mussten das gleiche Klo benutzen, hatten nur zu bestimmten Zeiten etwas zu essen und zu trinken oder durften nur wenig schlafen. Ende Februar oder Anfang März 1945 sind Anne Frank, ihre Schwester Margot und ihre Mutter gestorben. Anne ist am Fleckfieber gestorben. Das besonders Schreckliche ist, dass Anne wenige Wochen, bevor alle befreit wurden, starb, weil Hitler den Krieg verloren hatte.

Nur der Vater Otto Frank hat überlebt und hat Jahre später das Tagebuch von Anne Frank veröffentlicht, weil sie in ihrem Tagebuch schrieb, dass sie es selber veröffentlichen wollte und damit alle lesen können, was die Juden beziehungsweise Familie Frank durchmachen mussten, obwohl sie nichts falsch gemacht hatten.

Von Smilla Braun, Gesamtschule Ebsdorfergrund, Klasse 8R1