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Coronavirus Fast jedes dritte Kind auffällig
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Schueler lesen die OP
Viele Kinder und Jugendliche haben unter den Corona-Beschränkungen psychisch gelitten.
Viele Kinder und Jugendliche haben unter den Corona-Beschränkungen psychisch gelitten. Quelle: Thorsten Richter/Themenfoto
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Marburg

Die psychischen Belastungen für Kinder und Jugendliche haben während der Corona-Pandemie spürbar zugenommen. Viele Studien haben dies belegt. Auch auf Youtube und Co findet man haufenweise Videos und Berichterstattungen über die Belastungen für Kinder und Jugendliche.

In der „Copsy-Studie“ (Corona und Psyche) der Universität Hamburg-Eppendorf haben vier von fünf befragten Kindern und Jugendlichen angegeben, dass sie die Corona-Pandemie belastet und dass sich ihre Lebensqualität im Laufe der Pandemie verschlechtert hat.

Außerdem hat sich die Menge der Kinder und Jugendlichen mit psychischen Auffälligkeiten etwa verdoppelt. Besonders stark betroffen sind sozialbenachteiligte Kinder und Kinder mit Migrationshintergrund.

Weitere Studien fanden heraus, dass vor allem Quarantäne und abgeschottet sein zu Gefühlen von Isolation, Stigmatisierung und Angst führen können. Auch in diesem Zusammenhang wurden verstärkt Anpassungsstörungen, Trauer und Ähnliches festgestellt. Weitere Studien aus anderen Ländern stellen ähnliches fest.

Medienkonsum steigt, Schlafqualität sinkt

Wie kommt es dazu? Häufige Ursachen für dieses Verhalten sind fehlende Alltagsstruktur durch das Homeschooling und fehlende Aktivitäten nach der Schule, sodass Essenszeiten und konkrete Eckpunkte des Alltagslebens fehlen.

Außerdem kann sich übermäßiger Medienkonsum, welcher durch die Corona-Pandemie merkbar gestiegen ist, weil Hobbys und sonstige Aktivitäten weggefallen sind, negativ auf Schlafgewohnheiten und die Lebensqualität auswirken.

Dies kann auch zu Lustlosigkeit und aggressivem Verhalten führen. Auch das Wegfallen der sozialen Kontakte belastet Kinder und Jugendlichen und führt dauerhaft zu Einsamkeit.

Wenig Platz bringt viel Stress

Besonders die familiäre Situation kann in sozialschwachen Familien und Familien mit Migrationshintergrund zu Komplikationen führen. So kann die Tagesstruktur mit festen Schlaf- und Essenszeiten wegfallen oder der Tagesablauf sehr beeinträchtigt werden. Außerdem können Eltern mit niedrigerem Bildungsgrad oder Eltern, welche nicht gut deutsch sprechen, schwer bei Schulaufgaben helfen.

Auch in Familien mit kleinem Wohnraum und wenig Platz zum Zurückziehen ist das Lernen oft schwierig und Konflikte werden stärker hervorgerufen. Aber auch in stärkeren Familien wünschen sich viele Eltern bessere Unterstützung.

Die Belastungen für Kinder sind gestiegen. Besonders Kinder aus sozial schwachen Familien sind betroffen. Zudem haben nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene zunehmend Probleme in der Corona-Pandemie. Aber auch Pandemien gehen vorbei und irgendwann werden sich wieder Tausende Menschen versammeln dürfen ohne Abstand und Maske.

Von Laurin Immisch und Philipp-Joas Endlich, Gymnasium Philippinum, Klasse 8b