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Sören Bartol ist einer der beiden Bundestagsabgeordneten aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf.
Sören Bartol ist einer der beiden Bundestagsabgeordneten aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf. Quelle: Tobias Hirsch/Archiv
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Marburg

Unsere Schüler-Reporterin spricht im Interview Ende März mit dem heimischen Bundestagsabgeordneten Sören Bartol (SPD) über den Beruf des Politikers in der aktuellen Pandemie.

Amy Sauerbier: Herr Bartol, wie ist Ihr Arbeitsplatz ausgestattet? Ist die Möglichkeit da, für jeden genügend Raum zu bieten?

Sören Bartol: Ich habe zwei Büros. Ein Büro in Berlin im Deutschen Bundestag und ein Büro in meinem Wahlkreis, in Marburg. In beiden Büros versuchen alle meine Mitarbeitenden und ich so viel wie möglich von zu Hause aus zu arbeiten, wir befinden uns also oft im Homeoffice. Die aktuelle Situation führt auch dazu, dass ich viel alleine im Büro bin und arbeite. Das finde ich sehr schade, da ich meinen Arbeitsalltag mit meinen Teams sehr schätze.

War die Kommunalwahl eine besondere, wenn ja warum?

Ja, die letzte Kommunalwahl war sehr besonders. Wir in der SPD versuchen immer mit den Menschen in Kontakt zu treten – so biete ich zum Beispiel unter normalen Umständen regelmäßige Bürger- bzw. Bürgerinnensprechstunden in meinem Wahlkreisbüro an. Seit einem guten Jahr mussten nun fast alle telefonisch stattfinden. Die SPD Marburg-Biedenkopf hat sich viele Gedanken über den Wahlkampf gemacht. Wir haben auf die klassischen Haustürbesuche verzichtet und nur zwei Wochen vor der Wahl mit wenigen Menschen und unter strenger Einhaltung der Hygieneregeln Wahlkampfstände angeboten. Mir fehlt der direkte Kontakt und dadurch auch das direkte Feedback der Bürgerinnen und Bürger wirklich sehr.

Bartol rät zum Impfen

Wie viel dürfen Sie zu den lokalen Corona-Bestimmungen beitragen?

Die SPD-Bundestagsfraktion arbeitet seit Beginn der Krise sehr intensiv an konkreten Maßnahmen, um die Auswirkungen der Krise möglichst sozial verträglich zu ermöglichen. So haben wir beispielsweise den Kinderbonus auf den Weg gebracht, der gerade Eltern mit wenig Geld helfen soll, ermöglichen den Corona-Zuschuss für Menschen, die im Mai 2021 noch einen Anspruch auf Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld haben, der vereinfachte Zugang zur Grundsicherung wurde verlängert und steuerliche Erleichterungen für Unternehmen und die Gastronomie etabliert. Das sind nur einige Hilfen, die ich gemeinsam mit der SPD-Bundestagsfraktion erarbeitet und auf den Weg gebracht habe.

Wurden Sie schon geimpft? Beziehungsweise würden Sie sich impfen lassen?

Ich wurde noch nicht geimpft, werde mich aber sofort impfen lassen, wenn ich dran bin und die Möglichkeit dazu habe. Das empfehle ich auch allen anderen Erwachsenen. Nur so können wir die Pandemie nachhaltig in den Griff bekommen.

Persönliche Gespräche fallen weg

Wie oft wurden Sie getestet, beziehungsweise werden Sie getestet?

Ich habe die Möglichkeit, mich regelmäßig im Deutschen Bundestag testen zu lassen und nehme dieses Angebot gerne wahr. Auch wenn ich dieses Stäbchen so tief in der Nase immer noch unangenehm finde.

Hat sich Ihr Beruf während der Pandemie verändert und wie hat er sich verändert?

Mein Beruf hat sich insofern verändert, als dass sich, wie bei allen anderen Menschen, der ganze Alltag nach den neuesten Corona-Regeln richtet. Mein Beruf zeichnet sich besonders durch einen großen Austausch mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Kreisen aus. Das schätze ich sehr. Ich bin normalerweise auf vielen Festen in meinem Wahlkreis unterwegs, führe Gespräche mit verschiedenen Interessensgruppen oder Unternehmen und erfahre so, was die Menschen bedrückt und was sie sich von der Politik wünschen. All das trage ich dann nach Berlin und bringe es in den politischen Prozess ein. Die vielen Gespräche, ob im Wahlkreis mit den Bürgerinnen und Bürgern oder in Berlin mit der SPD-Bundestagsfraktion oder auch meinen Kolleginnen und Kollegen aus der Union fallen im Moment leider entweder weg oder finden online und am Telefon statt.

Von Amy Sauerbier, Gesamtschule Niederwalgern, Klasse 8.1