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Eine Pflegekraft steht im Infektionszimmer für Covid-19-Patienten im künstlichen Koma.
Eine Pflegekraft steht im Infektionszimmer für Covid-19-Patienten im künstlichen Koma. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa/Themenfoto
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Marburg

Ein ganz normaler Tag im Krankenhaus. Oder doch nicht? 6 Uhr, es ist Dienstbeginn für den Frühdienst. Der Nachtdienst wird nun abgelöst und darf nach Hause, um sich auszuruhen. Der Frühdienst beginnt mit ersten Arztvisiten und dem Vitalzeichencheck. Das bedeutet: Blutdruck, Puls und Temperatur messen.

Natürlich gehört auch die Frage nach irgendwelchen Schmerzen oder Übelkeit und sonstigem dazu. Dann werden die Tabletten verteilt und die Grundpflege beginnt; je nach Pflegebedarf der Patienten. Als Nächstes bekommen die Patienten ihr Frühstück oder werden für Operationen und Untersuchungen vorbereitet.

Danach beginnt die weitere Pflege mit Wundkontrolle und Pflasterwechsel. Ist das erledigt, wird damit begonnen, die Pflegeberichte zu schreiben und die restliche Bürokratie zu machen.

Das Mittagessen wird verteilt und es folgt die Übergabe an den Spätdienst. Dieser verteilt wieder Tabletten, nimmt Patienten, die von den Operationen kommen, entgegen und verteilt Spritzen – die Thrombose-Prophylaxe. Die Patienten bekommen noch ihr Abendessen und wieder ist Übergabe an den Nachtdienst.

Natürlich macht jede Pflegekraft mal Früh-, mal Spät- und mal Nachtdienst, damit es nicht immer dieselben sind, die nachts arbeiten. Klingt soweit normal. Doch was ist, wenn Corona sein Unwesen treibt?

Corona belastet Pflegekräfte zusätzlich

„Was? Corona?“, „Hab ich es jetzt auch?“, „Bringe ich es jetzt mit nach Hause?“ Das fragen sich im Moment wohl viele Schwestern und Pfleger im Krankenhaus, wenn ein Patient plötzlich positiv auf Corona getestet wird. Natürlich haben alle Pflegekräfte die Möglichkeit, sich zweimal in der Woche testen zu lassen, „trotzdem ist es sehr belastend“, sagt mir Frau Botzum, Krankenschwester auf der chirurgischen Station im Universitätsklinikum Marburg.

Ich frage sie, ob sich der Alltag auf Station durch Corona sehr verändert hat. „Es ist auf jeden Fall anstrengender und stressiger geworden“, sagt Frau Botzum. Es ist zeitaufwendig, wenn ein zuerst negativ auf Corona getesteter Patient plötzlich positiv ist. Dann muss jeder, der mit der Person in Kontakt war, isoliert werden und vor Betreten des Raumes müsse die Pflegekraft sich komplett in Maske, Schild und Schutzkittel einkleiden.

„In den Serien ist es leichter dargestellt“

Auch geplante Operationen wurden – als die Coronazahlen im Winter noch höher waren – verschoben und es wurden nur die absolut notwendigen Operationen durchgeführt. Mittlerweile werden jedoch wieder mehr geplante Operationen durchgeführt. Zum Glück sei der größere Teil der Patienten sehr geduldig und habe Verständnis dafür, dass alles etwas länger dauert.

Auf die Frage, ob man sich den Alltag im Krankenhaus genauso vorstellen kann, wie es in TV-Serien gezeigt wird, antwortet Frau Botzum klar: „Nein, in den Serien ist es leichter dargestellt.“ Es gebe auch keine strikt geregelte Pause, stattdessen könne sie sich eine halbe Stunde am Tag nehmen und selbst einteilen. Auch wenn es stressig ist, würde sie sich heute keinen anderen Job aussuchen.

Anmerkung der Autorin: Fakt ist, wir sollten alle sehr dankbar sein, dass wir Helden wie Frau Botzum haben, die uns während Corona nicht im Stich lassen.

Von Katharina Grau, Gesamtschule Ebsdorfergrund, Klasse 8G1