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Coronavirus Corona findet sich überall im Alltag
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Schueler lesen die OP
19:56 31.05.2021
Auch im aktuellen Sommersemester bleiben die Hochschulen Corona-bedingt weitgehend verwaist.
Auch im aktuellen Sommersemester bleiben die Hochschulen Corona-bedingt weitgehend verwaist. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/Themenfoto
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Marburg

Im Interview sprach unsere Schüler-Reporterin Ende März 2021 mit Studentin und Reiterin Naomi Zippel über ihren Alltag in der Pandemie.

Frage: Du studierst ja momentan im elften Semester Biologie und Erdkunde auf Gymnasiallehramt. Wie hat sich Corona auf dein Studium ausgewirkt?

Naomi Zippel: Es ist für Studenten genauso wie für andere Schüler: Statt Unterricht in Hörsälen gibt es Online-Lesungen. Einige Dinge sind nicht möglich online durchzuführen, zum Beispiel Exkursionen oder Arbeiten im Labor.

Frage: Hast du dadurch Nachteile? Also musst du zum Beispiel länger studieren?

Zippel: Ich nicht, doch viele andere schon.

Frage: Wann wäre dann dein Abschluss?

Zippel: Der Abschluss ist noch nicht in Sicht.

Bei der Arbeit nicht sicher gefühlt

Frage: Dein Studium wird durch deinen Nebenjob in der Gastronomie finanziert. Durch die vielen Corona-Regeln war diese ja größtenteils geschlossen. Wie viel konntest du arbeiten, wenn überhaupt?

Zippel: Ich konnte zwischen dem ersten und dem zweiten Lockdown arbeiten. Seitdem ist alles dicht.

Frage: Wie ist es mit diesen neuen Regeln zu arbeiten? Wurde alles gut organisiert oder gibt es Probleme?

Zippel: Es war schwierig, mit den ganzen neuen Regeln mitzuhalten. Wir hatten einige Male das Ordnungsamt bei uns, die uns auf Regeln hinwiesen, von denen wir noch nichts wussten. Es wurde einfach schlecht weitergegeben.

Frage: Hast du dich während der Arbeit sicher vor einer Ansteckung gefühlt?

Zippel: Nein. Auf gar keinen Fall. Es waren fast so viele Gäste da wie sonst auch, die auch noch alle keine Maske tragen mussten. Die Mitarbeiter waren die Einzigen mit Masken. Außerdem haben sich viele Gäste nicht an die Regeln gehalten.

Neuer Nebenjob nötig

Frage: Jetzt, wo die Restaurants komplett geschlossen sind, reicht das Geld noch zum Leben aus oder musstest du dir noch einen anderen Nebenjob suchen?

Zippel: Nein, das Geld reicht nicht. Ich musste mir einen Nebenjob suchen.

Frage: Ein weiterer wichtiger Teil deines Lebens sind deine Pferde. Gibt es in dem Reitstall, wo die Pferde stehen, besondere Regeln, die beachtet werden müssen?

Zippel: Das ist sehr unterschiedlich. Wir mussten zum Teil Anwesenheitslisten führen, es war auch teilweise Maskenpflicht. Eine kurze Zeit wurden Reitplatz und -halle geschlossen, so dass man mit den Pferden nur noch ausreiten konnte. Dies gab allerdings Proteste, da es einfach viel zu gefährlich ist. Aus Tierschutzgründen darf man sich immer noch um die Pferde kümmern und sie auch reiten. Reiten als Sport ist allerdings verboten, also Turniere zum Beispiel fallen aus.

Viele Leute sind uneinsichtig

Frage: Werden die Regeln ordentlich durchgesetzt?

Zippel: Zu Beginn der Pandemie schon, doch mittlerweile ist das ähnlich wie mit den meisten Regeln. Es achten nur noch wenige darauf. Außerdem kommen oft fremde Menschen, vor allem Kinder, auf den Hof, um die Pferde zu streicheln und zu füttern. Das ist natürlich nicht in Ordnung. Der Stall ist Privatgelände und die fremden Leute könnten das Virus auch mit sich tragen. Wenn man sie darauf anspricht sind sie oft uneinsichtig. Irgendwann wurde eine Absperrung um den Hof befestigt, doch sie sind einfach unter der Absperrung durchgeklettert.

Frage: Was würdest du tun, wenn du in Quarantäne kommen würdest? Wäre da jemand, der sich um die Pferde kümmert?

Zippel: Ich habe genug Freunde dort, die ich um Hilfe bitten könnte. Sie könnten sich die Arbeit einfach aufteilen.

Frage: Würdest du dich impfen lassen?

Zippel: Auf jeden Fall. Impfen ist der einzige Weg, diese Pandemie zu beenden. Selbst wenn Nebenwirkungen auftreten sollten, bin ich jung und gesund genug, um die durchzustehen.

Von Maya Weller, Gesamtschule Niederwalgern, Klasse 8G1