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Hunde warten im Tierheim auf ein Zuhause.
Hunde warten im Tierheim auf ein Zuhause. Quelle: Franziska Kraufmann/dpa/Themenfoto
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Vor einem Jahr hat Corona seinen Lauf genommen. Es gab Beschränkungen in jeglicher Form, und die Menschheit hat begonnen, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Es gibt die, die in völlige Panik verfallen sind, die, die Corona ignorieren, und auch die, die in ihrer „Verzweiflung“ vor Einsamkeit ein Haustier angeschafft haben.

Viele Menschen scheinen überhaupt nicht darüber nachgedacht zu haben, was für eine Verantwortung ein Tierkauf mit sich bringt. Hauptsache, sie haben eine „Aufgabe“, eine Ablenkung von Corona oder sind nicht ganz so einsam. Viele haben unüberlegt Tiere angeschafft.

Ein Tierkauf muss allerdings sehr gut überlegt sein. Man sollte ein Tier auswählen, weil man sich sicher ist, dass man es bis zum Schluss haben möchte. Ein Tier sollte ein Familienmitglied sein, welches man lieb hat und mit dem man Zeit verbringen kann und will.

Wenn das Haustier lästig wird

Auch in Zeiten von Krankheit, Urlaubszeit oder auch in der Zeit, wo Corona endlich weg ist. In dieser Zeit von Corona gibt es viele Menschen, die unüberlegt ein Tier angeschafft haben und es dann plötzlich wieder loswerden wollten, weil es dann doch nicht passt. Oder weil man zum Beispiel nicht mehr im Homeoffice ist und eigentlich keine Zeit mehr hat. Gerade Hunde sind beliebte Haustiere.

Hunde benötigten viel Auslauf und viel Zeit. Vielen Menschen scheint das überhaupt nicht bewusst zu sein. Ein Hund kann nicht den ganzen Tag alleine zuhause bleiben. Die Konsequenz: Viele Menschen können ihre Hunde – oder Katzen – plötzlich doch nicht mehr „gebrauchen“ und bringen sie ins Tierheim. Manche Tierheime haben kaum noch Platz für weitere Aufnahmen von Tieren. Auch das Futter wird knapp. Die Tierheime finanzieren sich zum Teil durch Spenden.

Ein Tier ist kein bloßer Zeitvertreib

Da viele Menschen durch Corona ihren Job verloren haben oder in Kurzarbeit sind, ist die Spendenbereitschaft natürlich auch zurückgegangen. Die Hunde, die einst „eine tolle Anschaffung“ oder ein toller „Zeitvertreib“ für die Einsamkeit waren, sitzen dann traurig in einem Zwinger im Tierheim. Sie warten vergebens, dass sie abgeholt werden.

Deshalb ein Appell an alle, die sich ein Haustier anschaffen möchten: Bitte überlegt ganz genau, ob ein Haustier zu euch und eurer Lebenssituation passt, ob ihr jemanden hättet, der das Tier nimmt, wenn ihr in den Urlaub fahrt, oder wer es versorgen könnte, wenn ihr arbeitet oder krank werdet. Denn es hat kein Tier verdient, nur ein Zeitvertreib zu sein und wenn es nicht mehr gebraucht wird, es einfach ins Tierheim zu geben. Ein Tier sollte ein Familienmitglied sein.

Auch wir haben uns in der Corona Zeit für einen Hund entschieden. Wir wollten schon immer einen Hund. Da wir unseren Sommerurlaub absagen mussten und mehr Zeit hatten, hat es einfach endlich gepasst. Wir haben es reichlich überlegt, geplant, besprochen und alle Faktoren beachtet. Nun wird unser Hund schon ein Jahr alt, und er ist und bleibt in egal welcher Zeit ein vollwertiges Familienmitglied, das wir sehr lieb haben. Urlaube sind auch mit Hund möglich und umso schöner.

Und zum Abschluss noch eine Antwort von meiner Tante auf die Frage: Warum hast du dich für einen Hund aus dem Tierheim entschieden?

„Welpen kaufen kann jeder, aber ich wollte einem Hund aus dem Tierheim eine zweite Chance geben, ein schönes Hundeleben zu führen, ohne dass er Angst haben muss, abgegeben zu werden. Ich habe den Hund/die Hunde gesehen und war sofort verliebt“, so die Antwort.

Von Joyce Reich, Gesamtschule Ebsdorfergrund, Klasse 8R1