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Menschen stehen in Lissabon in einer Schlange, um einen Coronatest zu machen, damit sie an einer Comedy-Veranstaltung im Rahmen eines Pilotprojekts auf dem Campo Pequeno als Zuschauer teilnehmen dürfen.
Menschen stehen in Lissabon in einer Schlange, um einen Coronatest zu machen, damit sie an einer Comedy-Veranstaltung im Rahmen eines Pilotprojekts auf dem Campo Pequeno als Zuschauer teilnehmen dürfen. Quelle: Petro Fiuza/dpa/Archiv
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Lissabon

Unser Schüler-Reporter hat seine Tante (Rosi Carvalho) und seinen Onkel (Antonio José Lopes), die in Lissabon wohnen, zur Pandemie-Lage in Portugal im April 2021 befragt.

Tante Rosi, wie würdest du die Situation in Lissabon beschreiben?

Rosi Carvalho: Wie du weißt, wohnen wir in einem Viertel von Lissabon. Da bekommt man viel mit. In den letzten Wochen ist es besser geworden, man darf schon wieder rausgehen und hat keine Ausgangssperre mehr. Von November bis Januar war alles noch zu, da durfte man nicht raus, man hat niemanden auf der Straße gesehen. Jeder hat sich an die Ausgangssperre gehalten. Aber seit 14 Tagen wird es langsam lockerer, da sieht man doch hier und da ein paar Leute. Es ist eine komische Situation.

Welche Regeln gibt es bei euch in Lissabon?

Carvalho: Alle Spielplätze sind zu, genauso wie Grünflächen und so weiter. Langsam werden diese aber betretbar gemacht. Die Restaurants durften mittags und abends „Take Away“ anbieten. Ab sofort dürfen sie im Außenbereich auch servieren. Komplett offen waren immer nur die Supermärkte, Bäckereien und Apotheken – eintreten durfte immer nur ein Kunde. Zur Bank und Behörde kann man nur mit einem Termin gehen. In der letzten Woche hatten wir am Wochenende ab 13 Uhr Ausgangssperre und in der Woche durfte man von 6 Uhr morgens bis 20 Uhr abends aus dem Haus. Außerdem durfte man nicht über die Stadtgrenze, das heißt, wir mussten uns in unserem Viertel aufhalten. Nur die Menschen, die kein Homeoffice hatten, durften die Grenze mit einem Passierschein vom Arbeitgeber passieren. Die Polizei war immer an den Stadtgrenzen und kontrollierten jedes Auto, Busse und Fußgänger.

Mehr Tests würden besseres Gefühl geben

Dürft ihr auch an den Strand gehen? Also in die Natur, wo ihr Abstand halten könnt?

Carvalho: Nein, man darf nicht mal an die Promenade. Da ist alles mit Polizeiband abgesperrt.

Wo arbeitest du?

Carvalho: Ich bin im Homeoffice, deswegen darf ich zum Beispiel auch nicht über die Stadtgrenze.

Onkel Antonio, du bist Polizist. Wie ist deine Arbeitssituation?

Antonio José Lopes: Also die meisten Leute befolgen unsere Regeln. Das macht unsere Arbeit leichter. Bei uns auf der Wache hatten ein paar meiner Kollegen Covid-19, aber es war überschaubar. Die negative Seite im Moment bei uns an der Arbeit ist, dass wir keine Schnelltests gemacht bekommen. Das ist schade, da wir uns so nie sicher sind: Wer ist positiv? Wer kann andere anstecken? Wir hätten jedenfalls ein besseres Gefühl, wenn wir Tests machen könnten. Allerdings werden wir zurzeit geimpft. Die erste Impfung habe ich schon bekommen, mit Astrazeneca.

Von Leandro dos Santos, Gesamtschule Niederwalgern, Klasse 8.1