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Ein Teilnehmer mit einer roten Zipfelmütze und ohne Mund-Nasen-Bedeckung steht bei der Kundgebung unter dem Motto „Freie Bürger Kassel – Grundrechte und Demokratie“ in Kassel vor Polizisten.
Ein Teilnehmer mit einer roten Zipfelmütze und ohne Mund-Nasen-Bedeckung steht bei der Kundgebung unter dem Motto „Freie Bürger Kassel – Grundrechte und Demokratie“ in Kassel vor Polizisten. Quelle: Swen Pförtner/dpa/Archiv
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Marburg

Emily Schneberger sprach in Marburg mit dem Redakteur Dieter Schneberger – ihrem Großvater – über die Demonstration der sogenannten „Querdenker“ am 20. März in Kassel, die Corona-Auflagen und die Lage an Ostern. Der 62-Jährige hatte über die Demo, bei der es zu Ausschreitungen kam, für den evangelischen Pressedienst berichtet.

Rückblick: Am 20. März sind in Kassel mehr als 20.000 Menschen aus der Bewegung der sogenannten „Querdenker“ zusammengekommen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Dabei kam es laut Polizei bei einer verbotenen Kundgebung zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten, Gegendemonstranten und Einsatzkräften.

Die meisten der „Querdenker“ hielten die Abstandsregeln nicht ein und trugen keine Masken. Bei dem Einsatz wurden auch Schlagstöcke und Pfefferspray benutzt. Etwa ein Dutzend „Querdenker“ wurden überwiegend wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Landfriedensbruchs festgenommen.

Polizei muss auf Einhaltung der Regeln achten

Sehr geehrter Herr Schneberger, lieber Opi, was halten Sie, was hältst du von den „Querdenkern“?

Dieter Schneberger: Das ist eine merkwürdige Mischung aus Corona-Leugnern, rechtsradikalen Reichsbürgern, Verschwörungsfanatikern, Demokratiefeinden und „besorgten“ Bürgern, die ihre Ansichten oft mit Gewalt durchzusetzen versucht. Politik und Mehrheitsgesellschaft müssen sehr genau hinschauen, dass ihre Aufmärsche und Kundgebungen nicht aus dem Ruder laufen.

Wie bewertest du es, dass manche „Querdenker“ keine Masken tragen und auch den Abstand nicht einhalten?

Schneberger: Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen geht das gar nicht. Die Polizei muss darauf achten, dass die „Querdenker“ die Regeln beachten. Falls nicht, muss ihre Demo rasch aufgelöst werden.

Vor allem die Kinder und Jugendlichen tun mir leid

Was könnte die Polizei besser machen?

Schneberger: Sie könnte sich im Vorfeld im Netz besser über die Zahl der Demonstranten informieren und sich besser auf so eine Großdemo wie in Kassel vorbereiten.

Findest du, dass die Corona-Auflagen von Mitte März ausreichend waren?

Schneberger: Nein. Ich hätte mir weitere Maßnahmen wie zum Beispiel eine nächtliche Ausgangssperre gewünscht.

Bedauerst du es, dass der Osterurlaub auch im zweiten Jahr in Folge in Deutschland weitgehend ausfällt?

Schneberger: Ja, sicher. Alle Menschen sind unendlich Corona-müde und alle hätten es verdient, ein paar Tage an der See oder in den Bergen auszuspannen. Vor allem die Kinder und Jugendlichen tun mir leid. Sie müssen die meiste Zeit zu Hause verbringen, haben per Zoom Distanzunterricht und können ihre Freundinnen und Freunde nicht treffen.

Von Emily Schneberger, Gesamtschule Niederwalgern, Klasse 8G1