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Umwelt & Gesellschaft Marburgs Stadtjubiläum ist Mammutaufgabe
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Schueler lesen die OP
19:41 12.07.2022
Tausende Menschen strömten Anfang Juni zu „Tischlein deck dich“ auf der Stadtautobahn, einer der größten Aktionen zum Marburger Stadtjubiläum.
Tausende Menschen strömten Anfang Juni zu „Tischlein deck dich“ auf der Stadtautobahn, einer der größten Aktionen zum Marburger Stadtjubiläum. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Vielleicht hat die eine oder der andere schon eine der zahlreichen Veranstaltungen aus den Themenbereichen „Marburg erinnern“, „Marburg erleben“ und „Marburg erfinden“ im Rahmen des Stadtjubiläums Marburg800 besucht. Wir haben uns gefragt, wer eigentlich all die ganzen Angebote und Veranstaltungen organisiert.

Um diese Frage beantworten zu können, haben wir uns an den Fachdienst Kultur der Stadtverwaltung – auch Kulturamt genannt – gewandt und Ruth Fischer, die Leiterin des Kulturamtes in Marburg, interviewt.

„Das Jubiläum wird vom Stadtjubiläumsbüro, kuratiert von Dr. Richard Laufner und Dr. Christine Amend-Wegmann, durchgeführt. Der Fachdienst Kultur trägt nur einen Teil dazu bei, nämlich die Säule ‚Marburg erfinden‘“, wies Frau Fischer gleich zu Beginn des Gesprächs darauf hin.

Was genau aber musste alles beachtet werden, um so ein großes Ereignis wie das Stadtjubiläum zu planen und was sind die Aufgaben des Kulturamtes dabei?

Das Kulturamt macht einen Plan

So etwas zu planen und zu organisieren ist teilweise sehr kompliziert, weil beachtet werden muss, dass der Planungsablauf eingehalten wird. Oft ist es nämlich so: Wenn man ein großes Event, wie zum Beispiel Marburg800, mit einer großen Veranstaltungsreihe plant, dann gibt zuerst der Oberbürgermeister oder das Stadtparlament dem Kulturamt den Auftrag, sich dazu Gedanken zu machen. Das Kulturamt überlegt sich, was für Veranstaltungen stattfinden sollen und erstellt dafür einen Plan. Danach stellt sich die Frage, wo die einzelnen Veranstaltungen stattfinden sollen. Dies können Orte wie die Lahnwiesen, die Stadthalle oder das Schloss sein.

Nachdem das geklärt ist, wird entschieden, wer überhaupt auftreten wird und wie alles finanziert werden soll. Diese Künstlerinnen und Künstler werden dann auch für die jeweiligen Termine gebucht. Aber neben diesen müssen natürlich auch Dinge wie Ton, Licht, Technik und oft auch Instrumente gebucht werden. Sobald all das organisiert ist, kann Werbung für die Veranstaltungen und Künstler gemacht werden, damit die Leute auch kommen.

Die Werbung sieht man dann oft auf Flyern, Plakaten, in Zeitungen oder im Internet. Danach muss sich das Kulturamt auch noch darum kümmern, dass am Tag der Veranstaltung alles reibungslos abläuft. „Am Ende schreiben wir einen Bericht, damit das Parlament weiß, was wir getan haben“, ergänzt Frau Fischer.

Unterstützung für die Kultur

Sie wies allerdings auch daraufhin, dass in den letzten zwei Jahren durch die Coronapandemie die organisatorischen Abläufe stark beeinträchtigt waren und Veranstaltungen nur extrem eingeschränkt stattfinden konnten oder sogar abgesagt werden mussten. Denn das, was auf Grund der Corona-Maßnahmen mit als erstes geschlossen wurde, waren die öffentlichen Kultureinrichtungen, also Theater, Museen, Konzerthallen und so weiter. Dadurch konnten die Künstlerinnen und Künstler natürlich nicht mehr auftreten und verdienten somit auch kein Geld.

Und da kam wieder das Kulturamt ins Spiel, denn „wir unterstützen Kultur mit Geld“, betonte Frau Fischer. Aus gesetzlichen Gründen konnte das Kulturamt nicht direkt die Künstler selbst unterstützen und es musste auch darauf geachtet werden, dass die Förderrichtlinien eingehalten werden. Diese waren dazu da, um eine gerechte Verteilung der Gelder zu gewährleisten. Aber das Kulturamt konnte ihre Kunst und Kulturaktionen fördern, indem es zum Beispiel das Kulturprogramm „Sommerstadt“ veranstaltete, bei dem die Veranstaltungen draußen stattfanden, „damit sich die Coronaviren nicht so verbreiten konnten“, erklärte Frau Fischer.

Das Kulturamt selbst hofft natürlich, dass die weiteren Veranstaltungen zum Stadtjubiläum Marburg800 ohne starke Corona-Einschränkungen stattfinden können und somit für alle Besucherinnen und Besucher zu einem schönen Erlebnis werden.

Das Programmheft zum Jubiläum ist jedenfalls sehr vielversprechend und es gibt sicher viel zu erinnern, zu erleben und zu erfinden.

Von Erik Maron und Jon Schier, 8a, Gymnasium Philippinum