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Sport Mein Weg zum schwarzen Gürtel
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16:48 05.05.2020
Julia Kaucher erkämpfte sich mit 13 Jahren den schwarzen Gürtel in Taekwondo. Quelle: privat
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Marburg

Als ich klein war, wollte ich unbedingt Sport machen, aber ich wusste nicht welcher Sport mir Spaß machen würde. Eines Tages holte mich meine Mutter nach dem Kindergarten ab und sah ein Poster: „Kindertraining in Taekwondo“ in der Gerhart-Hauptmann-Schule.

„Julia, ist das was für dich? Willst du es dir mal anschauen?“, fragte meine Mutter. Noch zögerte ich, denn ich hatte Angst, weil ich wusste, dass es ein Kampfsport ist, bei dem man sich verletzen kann.

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Als ich das erste Mal zuschaute, dachte ich mir nur: Wie können die so gut kämpfen oder ihr Bein so hoch kriegen? Als dann „Formen laufen“ dran war, habe ich mich zuerst total erschrocken, weil ein Mädchen geschrien hat, aber irgendwie fand ich’s cool. Dann, als das Training vorbei war, kam der Trainer und fragte mich: „Möchtest du vielleicht nächstes Mal mitmachen?“ „Ja!“

Bronze beim erst Einzel-Auftritt

Beim nächsten Training hatte ich Turnschläppchen an und sollte zeigen, wie gut ich einen Kick kann. Zack, machte ich den Kick und bin runter gefallen. Aber ich bin wieder aufgestanden und habe weiter gemacht.

Von Jahr zu Jahr wurde ich immer besser, meine Gürtel wurden immer höher, bis ich dann den blauen Gürtel bekam. Dann wurde ich auf meine erste Hessenmeisterschaft eingeladen. Dort bin ich zum ersten Mal in einer Gruppe aufgetreten und einmal einzeln. Beim Gruppenlauf wusste ich, dass wir gewinnen, weil wir keine Gegner hatten.

Beim Einzellauf hatte ich schon etwas Angst, denn ich hatte zehn gute Gegner. Und dort habe ich mich dann durchgekämpft bis auf den dritten Platz. Meine Trainerin und meine Eltern waren stolz auf mich, weil das meine erste Medaille war, die ich gewonnen – erkämpft – hatte.

Ein bisschen Angst für den großen Auftritt

Danach gingen meine Prüfungen weiter, bis ich dann einen rot-schwarzen Gürtel bekam. Man sagte mir, dass ich bald meine Prüfung zum schwarzen Gürtel machen würde. Bis dahin musste ich aber sehr viel trainieren und auf einen Vorbereitungslehrgang gehen. Dort wurde mir alles erklärt, wie es bei so einer Schwarzer-Gürtel-Prüfung abläuft, und was man da alles können muss.

Als es dann so weit war, fuhren meine Gruppe, meine Trainerin, meine Mutter und ich nach Rodgau. Als ich die vielen Sportler und Sportlerinnen in der riesigen Sporthalle sah, habe ich schon etwas Angst bekommen. Ich ging mich umziehen und machte mich bereit. Als sich die Kampfrichter hingesetzt hatten, ging es los.

Nach der Mittagspause kommt die Prüfung

Ich musste als Zweite meine Form vorlaufen. Anschließend Selbstverteidigung vor meiner Partnerin. Endlich fünf Minuten Pause. Anschließend weiter mit Kampf, wozu ich meinen Kampfanzug und meinen Zahnschutz anzog. Der Kampfrichter kam zu meiner Partnerin und zu mir und sagte uns, wie oder mit was wir Kicken oder Schlagen sollten. Dann gab es noch einen Ein-Schritt-Kampf.

Als wir alle vier Kampfeinheiten erledigt hatten gab es eine Mittagspause. Danach ging es zurück auf die Fläche. Der Kampfrichter hat uns dann ein paar Sachen zur Prüfung gesagt und was wir noch verbessern müssten.

Das Lernen hört nie auf

Dann sagte er uns, dass einer nicht bestanden hat. Ich bekam schon bisschen Angst. Als wir den Namen von meiner Partnerin gehört haben, freuten wir uns und applaudierten. Als dann mein Name aufgerufen wurde und er gesagt hat, dass ich bestanden habe, war ich überglücklich. Alle standen auf und applaudierten mir. Ich bekam ich eine große blaue Urkunde. Wir machten noch ein Foto mit den Kampfrichtern und fuhren überglücklich nach Hause.

Der Schwarze Gürtel bedeutet, dass man im Meistergrad ist, aber trotzdem hört das Lernen nie auf. Es gibt unterschiedliche Grade beim Schwarzen Gürtel.

Die Ereignisse, die dieses Jahr noch geplant sind beziehungsweise. waren: Sportlehrgänge vom Kreis Marburg, die aber leider wegen dem Coronavirus abgesagt wurden, und eine Deutsche Jugendmeisterschaft, die hoffentlich nicht abgesagt wird.

Von Julia Kaucher, 8a, Richtsberg-Gesamtschule

16.04.2020
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