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Sport Mehr als ein Spiel
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21:34 13.04.2020
Ein E-Sportler spielt ein virtuelles Fußballspiel. Quelle: Christoph Soeder/dpa
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Marburg

Über das Thema E-Sport wird derzeit stark diskutiert – ist das denn jetzt eine Sportart oder nicht? Aber was ist überhaupt ein E-Sportler? Als E-Sportler (auf deutsch: Elektronischer Sportler) bezeichnet man Personen, die professionell Computerspiele spielen. Sie werden auch Pro-Gamer (Abkürzung für „professional gamer“) genannt.

In anderen Ländern füllen Wettbewerbe im E-Sport große Stadien, es gibt hunderttausende Dollar Preisgeld und zahlreiche Fans. Die wohl begehrtesten Spiele sind Counter-Strike, League of Legends, Dota 2 und Rocket League. Millionen E-Sportler gibt es auch in Deutschland. Laut eines Gutachtens des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) erfüllt E-Sport aber keine der drei Kriterien für eine anerkannte Sportart.

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Demnach fehle die sportartbestimmende motorische Aktivität fehlen. Jedoch heißt es im Koalitionsvertrag der Groko vom Februar 2018: „Wir erkennen die wachsende Bedeutung der E-Sport-Landschaft in Deutschland an.“ Und weiter: Man werde E-Sport „künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen“.

Beim Schach bewegt man sich auch nicht

Nimmt man nun etwa Schach als Beispiel – dort muss man sich auch nicht viel bewegen, sondern „nur“ kleine Figuren verschieben und es wird auch als Sportart angesehen. Beim Spielen von sehr schnellen Computerspielen muss man teilweise bis zu 300 Mal auf die Tastatur drücken. Dabei kommt man dann doch schnell ins Schwitzen.

Es wird außerdem behauptet, dass viele Spiele von gewaltverherrlichenden Inhalten geprägt werden, aber wie sieht es damit beim Boxen, Fechten oder Sportschießen? Viele sehen auch nicht das Geschehen hinter den Kulissen: Bei einem guten E-Sports-Team wird den Spielern ein Ess- und Trainingsplan vorgegeben, an den sich die Spieler halten müssen, um sowohl mental als auch physisch fit zu sein.

16-Jähriger gewinnt 3 Millionen Dollar

Das Thema ist auch umstritten, denn die ältere Generation weiß teilweise gar nicht, was E-Sport eigentlich ist. Viele Kinder und Jugendliche spielen in ihrer Freizeit sehr oft und lange am Computer, denn sie sehen darin eine Chance, im jungen Alter etwas zu erreichen. Der amerikanische Spieler Kyle „Bugha“ Giersdorf hat mit 16 Jahren die Fortnite-Weltmeisterschaft gewonnen und sich somit drei Millionen US-Dollar als Preisgeld erspielt.

Der 26-jährige dänische Johan „N0tail“ Sundstein ist der erfolgreichste E-Sportler mit 6,8 Millionen verdienten US-Dollar. 2019 gewann er 3,1 Millionen US-Dollar auf einen Schlag. E-Sport hat sehr viel Potential und wird sehr wahrscheinlich noch stark an Popularität gewinnen.

Von Sebastian Nößler, Elisabethschule, 8b

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