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Sport Millionenschwere Action auf den Weltbühnen
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19:48 16.04.2020
In Leipzig wurde im Januar 2020 die Vorrunde eines mit einer Million US-Dollar dotierten E-Sport-Turniers ausgetragen. Quelle: Hendrik Schmidt/dpa
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Marburg

Nicht nur bei Sportarten wie Fußball, Handball oder Leichtathletik gibt es Weltmeisterschaften, sondern auch bei E-Sport, und zwar keine Kleinen. Im vergangenen Jahr gab es bei der Counter-Strike: Global Offensive (CS:GO) Weltmeisterschaft ein Preisgeld in Höhe von einer Millionen US-Dollar.

Bei der League of Legend Weltmeisterschaft 2,25 Millionen US-Dollar Preisgeld und bei der Fortnite Weltmeisterschaft sogar 30 Millionen US-Dollar Preisgeld. Trotz so einem großen Interesse an dieser Sportart, wird sie im Gegensatz zu anderen, weniger körperlich anstrengenden Sportarten – wie Schach oder Motorsport – nicht als offizieller Sport anerkannt.

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 Doch was ist E-Sport überhaupt? E-Sport bedeutet Elektronischer Sport, also Computerspiele zu spielen, bei denen es ein Wettkampf-Prinzip gibt, wie etwa den Gegner beziehungsweise das gegnerische Team auszuschalten. E-Sport ist der Überbegriff für viele verschiedene Disziplinen, die unterschiedlichen Spiele.

Profis trainieren bis zu zehn Stunden am Tag

Professioneller E-Sportler wird man nicht einfach so und auch nicht von heute auf morgen, sondern es erfordert hartes Training. Profis sitzen oft zehn Stunden täglich an ihrem PC und üben. In der Regel wird der Fokus auf ein bestimmtes Spiel gelegt und dieses trainiert.

Bei E-Sport braucht man außerdem eine gute technische Ausstattung: Der wichtigste Bestandteil ist natürlich der Computer, welcher besonders darauf ausgelegt ist, eine gute Leistung zu erbringen. Um möglichst präzise und schnelle Eingaben an den Computer zu schicken, gibt es auch spezielle Tastaturen und Mäuse. Falls aber lieber mit einem Controller gespielt wird, gibt es dafür auch welche für professionelle Spieler.

Gute Ausstattung nicht unter 2 000 Euro

Ein Bildschirm mit einer möglichst hohen Bildschirmwiederholrate darf auch nicht fehlen, damit die starke Leistung des Computers überhaupt angezeigt werden kann. Ein Headset oder Kopfhörer gehört ebenfalls zur Grundausstattung, da man sich sonst nicht mit seinen Teamkollegen absprechen kann oder Schritte des Gegners nicht früh genug wahrnimmt. Eine gute Ausstattung kostet oft weit über 2.000 Euro.

E-Sportler leben oft nicht nur von Preisgeldern von Turnieren, sondern auch von den Einnahmen von Videos oder dem Livestream von Spielen. E-Sport ist deswegen nicht nur eine Sportart, sondern für einige Leute auch ein gut bezahlter Beruf.

Die dänische E-Sport Organisation „Astralis“, welche die CS:GO Weltmeisterschaft 2019 gewann, soll innerhalb von wenigen Jahren mehr als sieben Millionen US-Dollar in Turnieren und Meisterschaften gewonnen haben. Dabei besteht die Organisation aus nur fünf Spielern und insgesamt neun Mitgliedern.

Vielseitiger als klassische Sportarten

Zum E-Sport gehören nicht nur die E-Sportler, sondern auch Kommentatoren und vor allem jede Menge Zuschauer. Bei der IEM Katovice 2019, einem riesigen, zehntägigen E-Sport Turnier, waren 174.000 Fans vor Ort und 232 Millionen Zuschauer haben online bei den Meisterschaften zugesehen.

Im Gegensatz dazu haben rund 2,5 Millionen Zuschauer in Deutschland die Handball WM 2019 online verfolgt. Allerdings waren aber auch deutlich mehr Menschen vor Ort: Mehr als 900.000 Zuschauer waren weltweit bei den 96 Spielen in den Stadien.

In der E-Sport Branche kann man also nicht nur als Spieler sein Geld verdienen, sondern auch als Kommentator, Coach oder mit dem Verkauf von E-Sport Produkten. E-Sport ist dazu vielseitiger als klassische Sportarten, bei denen es immer mit den gleichen Regeln darum geht, ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Immer neue Herausforderungen

Bei E-Sport ist das nicht so: Wenn den Entwicklern eines Spiels etwas nicht mehr gefällt oder etwas nicht funktioniert, wird dies einfach geändert und den Spielern so eine neue Herausforderung gestellt. Sie müssen sich daran anpassen und lernen, damit klar zu kommen. Bei E-Sport gibt es zudem ständig Aktualisierungen und Änderungen, um das Spiel vielseitiger und abwechslungsreicher zu halten.

Trotz Millionen von Fans, Turnieren mit Preisgeldern in Höhe von mehreren Millionen US-Dollar und dem Fakt, dass andere Sportarten, bei denen man sich noch weniger körperlich bewegen muss, anerkannt sind, ist E-Sport kein anerkannter Sport. Doch aufgrund des großen Wachstums und steigendem Interesses, wird E-Sport in Zukunft sicher größere Bedeutung haben.

Von Emil Jentschke, Elisabethschule, 8b

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