Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Schueler lesen die OP 2020 So geht Zeitung
Mehr OP extra Schueler lesen die OP 2020 So geht Zeitung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:34 08.05.2020
Die OP digital oder auf Papier – die Schüler der 8c der Richtsberg-Gesamtschule stöbern durch beide Formate. Quelle: Fotos: Nadine Weigel
Anzeige
Marburg

Das große Rascheln hat begonnen – viele Hände greifen in die Seiten der aktuellen OP-Ausgabe, die gerade frisch auf den Tischen der Klasse 8c der Richtsberg-Gesamtschule eingetroffen ist. Tablets werden ausgepackt, Apps gestartet, das OP-Logo erscheint auf den Bildschirmen. Ein Dutzend Schüler beugt sich über analoge und digitale Titelseiten: Wieder etwas Neues zum Coronavirus, die Lage der Flüchtlinge an der griechisch-türkischen Grenze, Debatten um den Straßenverkehr und natürlich Fußball – alles wird registriert von den 14 und 15 Jahre alten Lesern. Weiter im Text, Seiten werden umgeblättert, Finger fahren an Zeilen entlang, Scheren werden ausgepackt. Dem ein oder anderen der vielen Artikel geht es jetzt an den Kragen. Die heutige Projektarbeit der Klasse für das Schulprojekt „Schüler lesen die OP“ hat begonnen.

Seit einem Monat ist die Oberhessische Presse tagtäglich auf Hunderten Schulpulten im ganzen Landkreis zu finden. Mal als gedruckte Ausgabe auf Papier, mal als E-Paper auf den Bildschirmen der Tablet-Klassen. So manche Klasse nutzt auch beide Formate und stöbert analog oder digital durch das aktuelle Tagesgeschehen, so wie die 8c. Die teilt sich jetzt in kleine Gruppen auf, die Jugendlichen stecken die Köpfe zusammen, ein allgemeines Flüstern beginnt, „Murmelrunde“ nennt das Deutschlehrerin Lena Ackermann und lacht. Schließlich bereiten sich die Gruppen auf ihre große Projektpräsentation vor. Jede hat sich ein eigenes Arbeitsthema ausgesucht, sucht nach den eigenen Schwerpunkten, nach ihren Schlagzeilen.

Anzeige

Corona ist ein Topthema in der Klasse

Gina und Kilian widmen sich gerade der aktuellen Berichterstattung über den Coronavirus, sammeln jeden Schnipsel für die Projektmappe. Die wird immer dicker, „jeder spricht ja im Moment über Corona, viele übertreiben da aber mit ihrer Panik“, findet Kilian. Er hat sich auch die Berichte über den Anschlag von Hanau genau angesehen, findet den rassistischen Hintergrund des Täters „total dumm, es geht doch nicht um Rassen, sondern um Menschen“.

Ein besonders sensibles Thema haben sich Alina, Alisa und Lena ausgesucht: Die Mädchen befassen sich mit den Todesanzeigen in der Zeitung. Sie vergleichen Art und Aufmachung von Trauer- und Beileidsbekundungen, in welcher Form sich Familien, Freunde und Kollegen von ihren Lieben respektvoll verabschieden. Zudem informiert sich die Gruppe über Krankheiten, über die häufigsten Todesursachen – Herz-Kreislauferkrankungen kommen mit Abstand am meisten vor, berichten die Mädchen.

Zwischendurch werden Fachfragen an die OP-Besucher gestellt: Wie wird man eigentlich Redakteur, wie geht das mit der Recherche und wie gelangt die Zeitung in der Nacht vom Computer in die Druckerei? Mit Fragen aller Art rund um Zeitung und Pressearbeit beschäftigen sich derzeit im Kreis Hunderte Schüler aller Schulformen. Rund 60 Schulklassen aus 30 Schulen nehmen am diesjährigen Projekt der OP teil und durchforsten täglich die OP.

Sie werden auch selber als Reporter aktiv und verfassen eigene Artikel zu selbständig recherchierten Themen, die sie journalistisch aufarbeiten. Und alle haben schon jede Menge Ideen. Aber welches Thema interessiert die Leser, welche Überschrift passt am besten, wie starte ich in einen Text und wie überprüfe ich meine Informationen und Quellen? Diese Fragen tauchen immer wieder bei Besuchen der OP-Redakteure auf, die in den Klassen Hilfestellungen geben.

OP-Projekt bietet Abwechslung im Unterricht

Die Themenvielfalt der Schülerreporter verspricht hoch zu werden – vom Bericht über den eigenen Sportverein bis zur Reportage über die Familie oder auch die eigene Erfahrung mit Flucht, Schicksalsschlägen oder Frauenrechten im nahen Osten. Viele Schüler beschäftigen sich mit dem Gesundheitsbereich, verfolgen die Entwicklung des Coronavirus, andere haben sich dem Klimawandel angenommen, ein Schüler geht der Lichtverschmutzung auf die Spur, eine Schülerin schreibt über den Wald der Zukunft.

„Die Arbeit mit der Zeitung ist eine willkommene Abwechslung für die Schüler, sie sind wirklich motiviert“, freut sich Ackermann. Die Jugendlichen verfolgten täglich die neuesten Meldungen, Entwicklungen von aktuellen Themen und fänden regelmäßig einen Bezug zu ihrem Stadtteil im Lokalteil der OP – zuletzt Berichte über das internationale Suppenfest oder den eigenen Sportverein. „So bekommen sie einen ganz anderen Zugang zur Lebenswirklichkeit“, lobt die Lehrerin.

Von Ina Tannert

Hier geht's zu den Schüler-Artikeln

Die Beiträge der Schüler-Reporter sind in diese Bereiche eingeordnet. Einfach anklicken:

Anzeige