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Kultur Zwischen Model-Traum und Schönheitswahn
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21:38 13.04.2020
Heidi Klum ist das Gesicht und Jurorin der Castingshow „Germany's Next Topmodel“ (GNTM). Quelle: Marcel Kusch/dpa
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Marburg

Zuletzt im Januar lief wieder einmal die berühmte Reality- und Castingshow „Germany’s Next Topmodel“ (GNTM). Von 2006 an ist Heidi Klum, die Gründerin der Show dort auch die Moderatorin. Das Konzept sieht so aus: „Die Mädchen“, so wie Heidi die Teilnehmerinnen nennt, werden jeden Tag mit unterschiedlichen Aufgaben konfrontiert, die sie allein bewältigen müssen.

Nicht jede freundet sich mit diesen Herausforderungen an. Es kommt zu emotionalen Reaktionen der Kandidatinnen, und mögliche Konflikte werden immer wieder bei der Jury thematisiert. Die Rund 2,57 Millionen Zuschauer im Alter von 14 bis 49 Jahren sehen dies stets als Unterhaltung.

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Doch ist das für die jungen Mädchen unter ihnen gefährlich für die eigene Entwicklung? Der Jury wurde wiederholt vorgeworfen, die Mädchen wie „Ware“ zu behandeln, und in Befragungen gab ein Großteil der Befragten an, in Heidi Klums Model-Show sei eine Gefahr für junge Mädchen zu sehen.

Was heißt Schönheit eigentlich?

Damit könnte gemeint sein, dass sich etwa zwischen 12 und 16 Jahren der Körper stark verändert. In dieser Zeit entsteht eine Oberweite, es kommen Wachstumsschübe, die Menstruation tritt ein, und die Figur ist auf dem Weg, die weibliche Gestalt anzunehmen. Es ist sehr wichtig, sich in der Pubertät in die richtige Richtung zu entwickeln und sich zu akzeptieren, so wie man ist.

Da aber viele im Alter von 13 bis 15 Jahren unzufrieden mit ihrem Körper oder dem Gewicht sind und viele Selbstzweifel haben, könnte dies auf die falsche Bahn leiten und zu Komplikationen mit der Gefühlswelt führen.

Leider denken viele Mädchen, dass man nur dem Schönheitsideal entspricht, wenn man die perfekten Proportionen hat und ein schönes markantes Gesicht besitzt. Doch „schön“ zu sein bedeutet dies ganz und gar nicht. Jeder ist auf seine eigene Art schön.

Vorige Staffel ging neue Wege

Nur mit seiner Einzigartigkeit und Wandelbarkeit kann man punkten. Auch wenn sehr viele Mädchen nahezu perfekt aussehen heißt das nicht, dass sie im Model-Business genauso gute Chancen haben. Ein Model zu sein heißt, aus den anderen herauszustechen, selbstbewusst und einzigartig rüberzukommen.

Eine Gefahr könnte aber dennoch sein, dass viele versuchen, möglichst dünn zu werden und in eine Magersucht rutschen. Heidi achtete dieses Jahr sehr auf Individualität. Das kann man an den diesjährigen Teilnehmerinnen gut erkennen. Zum Beispiel ist eine etwas kurvigere, ein Transgender und ein Mädchen mit einer Autoimmunkrankheit dabei.

Teilnehmerinnen stehen unter Druck

Eine richtige Gefahr stellt Germany’s Next Topmodel meiner Meinung nach nicht dar. Man sollte sich an so einer Show einfach kein Beispiel nehmen, denn nicht alles ist wirklich so, wie es dort gezeigt wird. Der Druck unter den Teilnehmerinnen steigt natürlich enorm, was sich negativ auf die Psyche auswirken könnte, denn „nur eine kann Germany’s Next Topmodel 2020 werden“, heißt es da – und das möchte selbstverständlich jede.

Selten ist jemand von den bisherigen Gewinnerinnen wirklich berühmt geworden oder in der Model-Branche aufgestiegen. Bei GNTM werden oft Dinge falsch dargestellt, wie zum Beispiel, dass man schlank sein muss, um dort mitzumachen. Dann wiederum wird aber über gesunde Ernährung gesprochen, es finden Workouts am Strand statt oder es werden regelmäßige Lauftrainings vorgenommen.

Einfach nicht beeinflussen lassen

So können die Mädchen, die vorher noch nicht so oft auf hochhackigen Schuhen gelaufen sind, üben und sich verbessern. Viele sehen diese Sendung als Inspiration für die Zukunft, was vielleicht gar nicht mal so schlecht ist. Durch GNTM bekommt man sehr viele Eindrücke aus dem Model-Business, die vielleicht nicht immer stimmen, aber für manche als Orientierung gelten.

Man sollte sich von dieser Sendung kurzerhand nicht beeinflussen lassen und einfach seine Träume verwirklichen, egal ob man denkt, dass man vielleicht zu dick, zu dünn oder nicht dafür geschaffen ist.

Von Eva Krezdorn, Elisabethschule, 8b

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