Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Gesellschaft Zweiter Patient von HIV geheilt
Mehr OP extra Schueler lesen die OP 2020 Gesellschaft Zweiter Patient von HIV geheilt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:03 30.04.2020
Durch eine Stammzellspende wurde vor Jahren ein Aids-Patient geheilt. Nun gibt es einen weiteren. Quelle: Thomas Frey/dpa/Themenfoto
Anzeige
Marburg

Jährlich erkranken und sterben weltweit hunderttausende Menschen an den Folgen der Immunschwäche-Erkrankung Aids. Doch jetzt wurde erneut ein Patient von HIV geheilt, mit einer riskanten Therapie.

Es wäre der zweite geheilte Patient: Schon im Jahr 2007 meldeten Berliner Ärzte, dass im Körper von Timothy Ray Brown keine HIV-Zellen mehr nachweisbar waren. Timothy war 15 Jahre lang infiziert und erkrankte durch sein schwaches Immunsystem außerdem an Leukämie.

Anzeige

Er unterzog sich dann einer Chemotherapie. Diese bewirkte nicht viel, weswegen er sich einer Stammzelltransplantation mit Knochenmarkszellen unterzog, die ein bestimmtes Gen trugen. Es gab passende Spender, was für Brown bedeutete, dass das Knochenmark nicht nur seine Leukämie sondern auch den HI-Virus besiegte.

Langzeitwirkung nicht erforscht

Nun meldeten Ärzte in England, dass auch der Patient Adam Castillejo geheilt wurde. Er wurde 2003 positiv auf HIV getestet, und litt ebenfalls an Krebs. Wie auch Brown hatte er sich einer Knochenmarkstransplantation unterworfen. Auch diese Stammzell-Spende hatte eine seltene genetische Veränderung, welche Forschern zufolge eine Resistenz gegen HIV aufbauen kann.

Doch die Gentherapie hat auch viele Nachteile: Man weiß nicht viel über die Langzeitwirkung. Im schlimmsten Fall könnten die gen-veränderten Zellen entarten und Krebs auslösen. Außerdem muss man zwingend eine Chemo- oder Strahlentherapie machen. Die zwei Fälle geben zwar Hoffnung, aber HIV gilt trotzdem noch als unheilbar.

Von Patrick Beltz, Elisabethschule, 8. Klasse

Anzeige