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Gesellschaft Schüsse in Hanauer Innenstadt
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15:30 19.06.2020
Kerzen und Blumen liegen in der Nähe von einer der beiden Shisha-Bars in Hanau, in der mehrere Menschen getötet wurden. Quelle: Nicolas Armer/dpa/Archiv
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Hanau

Am 19. Februar 2020 wurden bei den Anschlägen in der hessischen Stadt Hanau zehn Menschen ermordet. Der Täter Tobias R. erschoss neun Personen, in und vor zwei Shisha-Bars. Später erschoss er seine 72-jährige Mutter und sich selbst in der Wohnung der Eltern.

Wegen Terrorverdachts zog der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof die Ermittlungen an sich, da „gravierende Indizien für einen rassistischen Hintergrund“ vorlägen.

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Gegen 22 Uhr fielen mehrere Schüsse im Hanauer Stadtteil Kesselstadt. Dabei wurden insgesamt neun Menschen getötet, unter den Opfern ist auch eine Schwangere. Es gab außerdem sechs weitere Verletzte und eine Schwerverletzte.

Als erstes steuerte Tobias R. die Bar „La Votre“ und die Shisha-Bar „Midnight“ am Hanauer Heumarkt an. Drei Menschen starben. Wenige Minuten später – auf der Flucht – schoss er auf ein Fahrzeug. Auf einem Parkplatz fällt wieder ein Schuss, ein Mann starb.

Überraschender Fund in der Wohnung

Der zweite Anschlag ereignete sich wenige Minuten später in der zwei Kilometer entfernten Shisha-Bar „Arena Bar & Café“ am Kurt-Schumacher Platz, ein Lokal mit einem Kiosk. Im Kiosk tötete er zwei Personen, im Bereich der Bar drei weitere. Viele werden verletzt. Augenzeugen gaben Hinweise auf ein flüchtiges Fahrzeug. Dadurch war es für die Polizei relativ zeitnah möglich, die Wohnung des vermutlichen Täters ausfindig zu machen.

Dort wurden dann der Täter und seine 72-jährige Mutter tot aufgefunden. Es ist weiterhin unklar, wie es zum Tod der Beiden kam. Als die Polizei in der Wohnung eintraf, war auch der Vater anwesend. Dieser war Weise unverletzt. Ferner wurden in der Wohnung auch ein Bekennerschreiben und ein Video gefunden, die auf ein rassistisches Motiv hinweisen.

Demonstrationen gegen Rechtsextremismus

Dieser Terroranschlag erschreckte wieder einmal viele Menschen. Nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt. Diese Tat bewirkte, dass viele Menschen in Deutschland auf die Straßen gingen, um zu zeigen, dass alle zusammenhalten müssen und Menschen mit Migrationshintergrund in der Gesellschaft akzeptieren und aufnehmen sollten.

Wie auch in der Fuldaer Zeitung berichtet, äußern sich die Zeugen kritisch gegenüber dem Täter und seiner Tat. Ein Mann sagte, man solle sich von dem Hass abgrenzen. Damit sollte ein klares Zeichen gegen den Rechtsextremismus gesetzt werden. Denn diese Minderheit dürfe sich nicht durchsetzen. Das Schlimme sei, dass bei solchen Vorfällen oft die Falschen und Unschuldigen getroffen werden. Bei dem Anschlag starben deutsche und ausländische Staatsangehörige.

Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass Tobias R. vor der Tat unauffällig zu verhalten schien. Es stellte sich aber heraus, dass der 43-Jährige unter einer psychotischen Erkrankung, insbesondere einer Schizophrenie, gelitten hat.

Von Charlotte Gröning, Elisabethschule, Klasse 8b

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