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Gesellschaft Demonstration des Mitgefühls
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16:47 06.05.2020
Die Mahnwache in Marburg im Februar 2020 im Gedenken an die Opfer eines Anschlags in Hanau wenige Tage zuvor. Quelle: Paul Deidl
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Marburg

Am Samstag, den 22. Februar, versammelten sich rund 4.500 Menschen am Vorplatz des Erwin-Piscator-Hauses, aufgrund des rechtsterroristischen Anschlag in der Stadt Hanau am 19. Februar.

Bei dem Anschlag erschoss ein als psychisch krank geltender Mann aus vermutlich rassistischen Motiven neun Menschen in einer Shisha-Bar und einem Kiosk.

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Alle Opfer waren entweder Ausländer, oder sie waren Deutsche mit Migrationshintergrund. Im Anschluss erschoss der Täter auch seine Mutter und schließlich sich selbst. Dies ist der größte rechtsextremistische Anschlag seit der Wiedervereinigung.

Der Täter hinterließ eine Art rassistisches Manifest, welches Einblick in sein Denken gibt. Aber wie kommt man in Deutschland so leicht an eine Schusswaffe?

Er war Mitglied in einem Schützenverein, konnte so den Umgang mit einer solchen Waffe erlernen und hatte Zugang dazu. Die Menschen in Hanau reagierten traurig und geschockt und so kommt es, dass bei den Mahnwachen in Hanau und anderen Städten mehrere tausend Menschen teilnahmen.

Es hätte überall passieren können

Auf der Mahnwache in Marburg liefen wir zwischen 12 und 13 Uhr zum Marktplatz, wo einige Leute, unter anderem der Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Reden hielten, in denen es um den Anschlag in Hanau, um Trauer und Rassismus allgemein ging.

Anders, als bei anderen Demonstrationen, war es sehr ruhig und die Stimmung eher gedrückt. Mit dieser Aktion wollten tausende Menschen ihr Mitgefühl für die Toten und ihre Angehörigen ausdrücken, Solidarität zeigen, und ein Symbol der Ablehnung von Rassismus zeigen.

Alle Menschen sollen in Marburg sicher und willkommen sein. Es ist besonders erschütternd, da es überall hätte passieren können und man so eventuell das Gefühl der Sicherheit schnell verliert.

Von Paul Deidl, 8b, Elisabethschule

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