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Gesellschaft Kann der Baumtausch dem Wald helfen?
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21:35 13.04.2020
Der Klimawandel wirkt sich deutlich auf die Wälder in Deutschland aus, wie in diesem Fichtenwald.  Quelle: Monika Skolimowska/dpa
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Marburg

Laut des hessischen Umweltministeriums hat Hessen, neben Rheinland-Pfalz, den größten Baumanteil Deutschlands. Mit rund 894.000 Hektar Wald sind 42 Prozent der Landesfläche in Hessen mit Bäumen bewachsen. So sollte den meisten Menschen beim Spazieren gehen wohl aufgefallen sein, dass sich der Wald in den letzten Jahren verändert hat.

Laut aktuellem Waldzustandsbericht seien im Jahr 2019 viele junge Pflanzen abgestorben. Die Absterberate aller Bäume liegt bei 2,3 Prozent. Dies seien 2 Prozent mehr als der jährliche Mittelwert in den Jahren zuvor. Dies liege vor allem am Klimawandel, denn durch die Hitze, die mit diesem kommt, und durch den wenigen Regenfall gibt es nicht mehr genug Wasser im Boden, um die heimischen Bäume zu versorgen.

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Zudem vermehren sich die Borkenkäfer, die den Bäumen zusätzlich schaden. Viele vom Wassermangel geschwächte Bäume können sich nicht gegen diese Schädlinge wehren und sterben ab. Dieses Phänomen nennt man Trockenstress.

Fichten anfällig für Klimaerwärmung

In Hessen besteht mehr als 55 Prozent des Baumanteils aus Buchen und Fichten. Im Jahr 2019 waren laut Waldzustandsbericht 50 Prozent der abgestorbenen Bäume Fichten. Laut der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) soll sich die Zahl der gefährdeten Fichten mindestens vervierfacht, und die der Buchen sogar versechsfacht haben.

Um diese Bäume steht es also schlecht, was in den folgenden Jahren nicht besser werden soll. Die hessischen Wälder müssen also fit für den Klimawandel gemacht werden. Doch was kann man gegen den Klimawandel tun? Und wie kann man den Bäumen helfen?

Folgen für die Tierwelt noch nicht absehbar

Laut der Seite die-forstpflanze.de wird in Deutschland als Alternative zur Fichte vor allem die Douglasie angebaut, welche zu einer eigenen Gattung zähle und deren natürliches Gebiet Nord-Amerika ist. Sie zeichne sich durch eine hohe Wuchsleistung aus, die bis zu 50 Prozent höher sein soll als die der Fichte.

Zudem benötige sie nur wenig frische und tiefgrüne Böden mit mittleren Nährstoffansprüchen. Auf Böden mit längeren Nassphasen wachse sie nicht, jedoch auf anderen Materialien. Zudem besitze sie ein vielfältig verwendbares Holz und sei damit praktisch für Handwerker-Tätigkeiten.

Doch was passiert mit den Tieren, die von der Fichte leben? Laut des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) könnte es sein, dass die Tiere mit den neuen Baumarten nichts anfangen können, da sie auf ihre eigenen Baumarten eingespielt sind.

Exotische Bäume kommen mit Dürre zurecht

Auch in Mittelhessen kann man den Klimawandel durch die absterbenden Bäume erkennen. Auch hier wird teils auf die Douglasie zurückgegriffen. Ein Revierföster erklärt, dass auch in seinem Revier bereits Douglasien gepflanzt wurden, aber auch die Eiche an Stelle der Fichte häufig gesetzt werde.

Man pflanze also hauptsächlich Bäume, die vor allem mit langen Dürreperioden auskommen, weshalb es durchaus noch andere Bäume als Lösung des Baumsterbens gäbe. Auch exotische Bäume können gepflanzt werden. Dabei sei allerdings noch nicht benennbar, welche Auswirkungen die neu gepflanzten Bäume auf die Tierwelt haben.

Insgesamt kann man am Sterben der Bäume also sehen, dass der Klimawandel auch in Deutschland seine Folgen hat, diese aber beachtet werden und viele Menschen daran arbeiten eine Lösung dafür zu finden. Nach meiner Meinung ist es ein sehr guter Anfang etwas gegen die Trockenheit zu unternehmen, und beruhigend zu wissen, dass es Möglichkeiten gibt, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen.

Von Wiebke Gerhardt, Elisabethschule, Klasse 8b