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Gesellschaft Fleisch aus Massentierhaltung
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16:50 09.09.2020
Hühner sind auf einem Geflügelhof zu sehen.
Hühner sind auf einem Geflügelhof zu sehen. Quelle: Jan Woitas/dpa/Themenfoto
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Marburg

Massentierhaltung, oder auch Intensivtierhaltung genannt, ist in den meisten Industrieländern, insbesondere in Deutschland, weit verbreitet. Die Deutschen sind in der Fleischindustrie in Europa auf dem ersten Platz. Im Jahr 2018 wurden in Deutschland rund 8 Millionen Tonnen Fleisch verarbeitet.

Bei dem Konzept Massentierhaltung geht es darum, mit möglichst wenig Kosten möglichst viele tierische Produkte zu erzeugen. Aber wenn man sich schon mal ein bisschen Gedanken zu dem Thema gemacht hat, sollte man bemerkt haben, dass das nicht die moralisch beste vertretbare Lösung ist, Lebensmittel zu produzieren. Aber warum ist die Massentierhaltung so populär in Deutschland?

Hier ein paar Vor- und Nachteile: Die Massentierhaltung bringt den Landwirten viele Vorteile, weswegen sie auch so verbreitet ist. Da in den meisten Ställen der Massentierhaltung sehr viel automatisiert ist, brauchen die Landwirte wenige Angestellte, die für sie arbeiten. Das spart Geld.

Geld sparen sie auch beim Kauf von Futter, weil sie so viel einkaufen, dass sie Mengenrabatt bekommen. Allerdings bringen diese Vorteile nur den Landwirten persönlich etwas, und es wird nicht an andere gedacht – die Tiere, die Konsumenten, Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten möchten. Doch einen Vorteil gibt es noch, der auch anderen Menschen hilft.

Wenig Platz, fragwürdiges Futter

Zum Beispiel können sich so Menschen mit geringem Einkommen Lebensmittel aus tierischen Produkten leisten, da die Lebensmittel durch die geringen Produktionskosten für weniger Geld angeboten werden können. Doch auch die Nachteile sollte man nicht vergessen. Erst einmal ist es schlecht für die Tiere. Sie leben auf so engem Raum, dass sie sich vielleicht gerade noch so drehen, aber nicht richtig bewegen können.

Bei Schweinen ist es zum Beispiel in vielen Betrieben so, dass sie kurz nach der Geburt im Käfig ihrer Mutter sind. Diese hat gerade mal genug Platz sich hinzulegen, und teilweise ersticken Ferkel, weil sie so wenig Platz haben. Der gesetzliche Mindeststandard für den Platz eines Schweines kurz vor der Schlachtung, im Alter von etwa 6 Monaten und einem Gewicht zwischen 110 bis 125 Kilogramm, ist nur 0,75 bis einem Quadratmeter.

Ein anderer Punkt ist das Futter. Da die Tiere sehr viel Futter brauchen, kann der Landwirt das nicht selbst produzieren und muss von anderen Firmen Futter dazukaufen. Die Tiere bekommen aber nicht etwa Getreide wie Weizen. Da sie möglichst schnell an Masse zunehmen sollen bekommen sie viel Eiweiß, welches vor allem in Soja enthalten ist.

Das Soja wird überwiegend in Nord- und Südamerika angebaut. Für mehr Fläche zum Sojaanbau wird viel Wald abgeholzt und brandgerodet. Dies ist schlecht für die Umwelt, genauso wie der Transport, denn das Soja muss nach Deutschland gebracht werden und das erzeugt sehr viel Kohlendioxid.

Aber was kann man jetzt dagegen tun?

Bei der Massentierhaltung besteht durch den beengten Raum für die Tiere außerdem eine sehr große Gefahr, dass kranke Tiere schnell andere Tiere anstecken. Darum werden alle Tiere mit Antibiotika gefüttert. Das heißt, wenn man Fleisch aus Massentierhaltung isst, isst man die Antibiotika mit. Dies führt dazu, dass bei kranken Menschen, die viel Fleisch aus Massentierhaltung essen, das vom Arzt verschriebene Antibiotikum eventuell nicht mehr so gut wirkt.

Aber was kann man jetzt dagegen tun? Man könnte einfach mehr überlegen was man kauft. Man sollte lieber weniger Fleisch essen, und wenn man Fleisch isst, dann eher das teurere Bioschnitzel kaufen als das günstige aus der Massentierhaltung. Man könnte auch ein, zwei vegetarische oder vegane Tage in der Woche einlegen, oder generell den Konsum von Tierprodukten reduzieren.

Man kann sich beim nächsten Einkauf im Supermarkt, wenn man vor dem Kühlregal mit Tierprodukten steht, die Frage stellen, wie es dem Tier ergangen ist.

Von Jannis Sames, Elisabethschule, Klasse 8e