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Gesellschaft Ein Schultag Zuhause
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17:00 06.05.2020
Eine Schülerin arbeitet hinter einem Tablet in ihrem Bett für die Schule. Manche sehnen sich danach, ihre Klassenkameraden und Lehrer wiederzusehen. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/Archiv
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Marburg

8.30 Uhr: Ping, Ping, Ping – Guten Morgen, Guten Morgen, Freunde! Mitschüler aus der Klasse melden sich per Nachricht. Aber jetzt erstmal frühstücken.

Da ich und Joanna keine Ferien haben, sondern nur nicht in die Schule gehen, versuchen wir unseren Tagesablauf genauso wie in der Schulzeit zu strukturieren. Und so sieht unser Tagesablauf aus:

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Um 9 Uhr fangen wir an zu lernen. Dann machen wir ungefähr um 13 Uhr eine Stunde Mittagspause. Um 14 Uhr lernen wir dann weiter. Wir machen bis 15.30 Uhr Schule. Oft arbeiten wir dann noch zwischendurch für eine halbe Stunde an verschiedenen Fächern.

Meine Stimmung ist oft nicht so gut, da wir niemanden sehen können und ich alle sehr vermisse. Da ich bei Fragen nicht meine Sitznachbarn oder Klassenkameraden fragen kann, schreiben und telefonieren wir oft.

Mehr Streit, weil alle aufeinander hocken

Hier ein Telefongespräch zwischen mir und Joanna: Ich rufe Joanna an und sage: „Joanna, ich komme nicht mehr weiter, das ist mir hier alles zu viel und zu kompliziert. Ich will endlich mal wieder richtig mit dir quatschen.“

Joanna sagt: „Ich will auch wieder richtig mit dir reden und Quatsch machen. Außerdem finde ich es schwer mich selber zu organisieren, weil die Lehrer uns dabei nicht so gut helfen können.“

Daraufhin antworte ich: „Ich verstehe dich voll, geht mir genauso. Für mich ist es außerdem noch schwer mit den ganzen neuen Internetseiten klar zu kommen. Weil Frau Lenz oder Frau Brandhove nicht vorne an der Tafel stehen und der Klasse alles genau erklärt. Gibt es bei dir in der Familie jetzt auch öfter Streit als sonst?“

Zwei Freundinnen helfen sich gegenseitig

Joanna antwortet auf meine Frage: „Ja, bei mir gibt es jetzt auch öfter Streit, weil wir alle den ganzen Tag aufeinander hocken. Wenn ich mit dir telefoniere, bekomme ich direkt bessere Laune.“

 Ich sage: „Ach Annie, ich brauche auch noch kurz Hilfe in Mathe und Deutsch, kannst du mir das kurz erklären?“

Joanna antwortet: „Ja klar, ich helfe dir doch gerne.“

Als sie es mir fertig erklärt hat, haben wir uns verabschiedet: „Tschüss Annie, hab dich lieb!“ Joanna darauf hin: „Tschüss Hannah, ich hab dich auch lieb!“

 Die Internet-Seiten, die wir jetzt oft benutzen, sind Kapiert.de, Scobees.com, Sofatutor.com, und unsere Bücher haben wir auf unserem Ipad auf Bi-Box. Da wir ein Ipad für die Schule haben, ist das nicht so schwer, und die Lehrer können uns alles schicken.

Hoffentlich dürfen wir bald wieder in die Schule

Auf Sofatutor schauen wir uns Lernvideos zu den verschiedenen Unterrichtsthemen an. Auf kapiert.de haben wir Aufgaben für Mathe und Englisch, die wir lösen müssen. Auf Scobees haben wir für Englisch Aufgaben, die wir auf Zeit lösen müssen. In Deutsch haben wir gerade das Thema Zeitung, wozu wir auch Aufgaben machen.

In GL haben wir einen Plan von unsere Klassenlehrerin bekommen zu dem Thema „Leben in unterschiedlichen Klima- und Vegetationszonen“, den wir bearbeiten. In Spanisch oder Französisch haben wir auch Aufgaben von unserer Lehrerin bekommen.

 Wir würden uns freuen, wenn wir wieder in die Schule gehen könnten um alle wiederzusehen, weil wir uns vermissen und es einfacher ist in die Schule zu gehen, weil die Lehrer uns dann alles besser erklären können.

Von Hannah Dietz und Joanna Singer, 8d, Richtsberg-Gesamtschule

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