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Gesellschaft „Es nervt!“
Mehr OP extra Schueler lesen die OP 2020 Gesellschaft „Es nervt!“
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13:34 20.05.2020
Mit Abstand und Gesichtsmasken erleben Schüler wie diese ihren Alltag. Quelle: Paul Zinken/dpa-Zentralbild
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Marburg

Das Coronavirus versetzt Deutschland in eine Krisenlage. Doch wie gehen die Kinder, Jugendliche, Familien und alleinerziehende Elternteile damit um?

Dazu einige Überlegungen. Kindergeschrei aus der einen Ecke, ein voller Terminkalender, ein nerviger Arbeitgeber im Nacken und die Angst vor Ansteckung durch das Virus sind für Familien und alleinerziehende Eltern, die keine Betreuung für die Kinder haben, derzeit Alltag während der Corona-Krise.

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Mitte März entschied das Schulamt, die Schulen und Kitas wegen des Coronavirus zu schließen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern und somit das Gesundheitssystem zu entlasten.

Zuerst haben bestimmt viele Schüler gedacht: „Super keine Schule mehr!“, haben sich gefreut, aber von da an müssen sich die Schüler und Schülerinnen den Lernstoff eigenständig beibringen mit der Hilfe von wöchentlichen Arbeitsaufträgen der Lehrer.

Schwierig: den Tag selbst strukturieren

Nun muss jeder Schüler seine eigene Routine für die Woche finden, um alles zu bearbeiten und mit dem Unterrichtsstoff für das nächste Schuljahr nicht hinterherzuhängen. Dies fällt manchen leichter als anderen, da es schwer ist, sich zu Hause, auf sich alleine gestellt, zu konzentrieren und eine Arbeitsroutine zum Bearbeiten der Aufgaben zu finden.

Es gibt viele Ablenkungen zu Hause, Dinge, die die Schüler lieber machen würden, wie zum Beispiel Computerspiele spielen, Netflix gucken oder einfach „chillen“. Sich zu überwinden, selbstständig Schulaufgaben zu strukturieren und zu bearbeiten, ist nämlich doch nicht so einfach wie gedacht, gerade bei dem ein oder anderen Fach, das man nicht so gern mag.

Doch das geht nicht, man muss sein Pensum schaffen. Eltern, die jetzt noch mehr nerven und fragen, ob man seine Aufgaben erledigt hat, die sich noch mehr Sorgen machen, wie man in der Schule mitkommt, ohne Unterricht. „Es nervt!“, so die Worte eines Schülers der Elisabethschule Marburg. Doch was kann man daran in der jetzigen Situation ändern?

Alleinerziehende trifft es besonders hart

Eltern und Geschwister sind quasi die einzigen realen Kontakte, die man noch hat. Dies ist auch nicht immer prickelnd. Schule bedeutet nämlich nicht nur Unterricht, sondern auch Kontakt zu anderen, zu Lehrern, zu Mitschülern, und vor allem zu Freunden, zu haben. Die Pausen zusammen verbringen, im Unterricht mal leise zu quatschen und zu kichern. Sich nach der Schule zu verabreden, um mal in die Stadt zu gehen, von Geschäft zu Geschäft zu schlendern und zu schauen, was der neueste Modeschrei ist.

All das hat man nicht mehr, man sitzt den ganzen Tag zu Hause, man fühlt sich wie eingesperrt. Man kann zwar spazieren gehen, aber es ist nicht dasselbe wie sonst im Schulalltag.

Doch für alleinerziehende Elternteile und Familien von jüngeren Kindern ist die jetzige Situation eine noch viel größere Herausforderung. Die Kitas sind geschlossen und somit ist keine Betreuung für die Kinder gegeben. Kindergarten- oder Krippenkinder kann man nicht alleine zu Hause lassen.

Jüngere Kinder haben es schwerer

Großeltern können und sollen nicht einspringen, sie gehören aufgrund ihres Alters und eventueller Vorerkrankungen zur Risikogruppe. Spielplätze, Turnhallen, Bolzplätze, Tiergärten und noch vieles mehr waren wochenlang geschlossen. Es gibt im Moment wenig Möglichkeiten, wo sich die Kinder austoben können.

Jüngere Kinder benötigen noch viel mehr Anleitung, um sich zu beschäftigen oder Schulaufgaben zu erledigen, als es zum Beispiel bei Jugendlichen der Fall ist. Zumindest werden teilweise die Betreuungsgebühren ausgesetzt, vielleicht auch eine kleine Hilfe für die betroffenen Familien.

Viele Berufstätige stehen jetzt vor drohender oder schon eingetroffener Kurzarbeit und dem damit verbundenen Problem, dass die finanzielle Lage knapp werden kann. Doch was sollen sie tun? Die Gesundheit aller geht jetzt vor! Doch im Alltag ist es eben nicht einfach.

Von Jayda Scruggs, Klasse 8, Elisabethschule

20.05.2020
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